Kölner Weg- 5. Etappe- Aus dem Siegtal auf den Höhenzug Leuscheid

Auf dieser Wanderung verlassen wir Herchen auf dem Höhenweg oberhalb der Siegtalstraße. Auf schmalen Pfaden und durch tief eingeschnittene Schluchten, über schmale Brücken und durch zahlreiche Spitzkehren wandern wir hoch über der Sieg nach Herchen Bahnhof. Hier überqueren wir die Sieg und steigen wieder bergan. Bald befinden wir uns erneut hoch über dem Fluss. Nochmals müssen wir einen kräftigen Anstieg bewältigen, bevor wir Schneppe erreichen. Auf dem Wege nach Kuchhausen können wir einen Abstecher zu einem beeindruckenden Basaltkrater machen. Die Wanderung endet in Leuscheid.

Mehrtägige Tour: Der Kölner Weg

Details

Nr.49410046
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Letzte Bewertung:
  • Zu Fuß
    Aktivität: Zu Fuß
  • ↔
    Distanz: 10,11 km
  • ◔
    Durchschnittliche Dauer: 4:00 Std. 
  • ▲
    Schwierigkeitsgrad: Mittel

  • ⚐
    Zurück zum Start: Nein
  • ↗
    Aufstieg: + 383 m
  • ↘
    Abstieg: - 174 m

  • ▲
    Höchster Punkt: 364 m
  • ▼
    Niedrigster Punkt: 95 m

Beschreibung der Wandertour

Start: Ecke Siegtalstraße bei evangelischer Kirche

(S) Vor uns liegt ein außerordentlich abwechslungsreicher Abschnitt des Kölner Weges. Wir beginnen unsere Wanderung an der Ecke der Siegtalstraße und der von ihr nach rechts abzweigenden Straße In der Raubach in Herchen. Zunächst folgen wir der ansteigenden Straße, bis auf der linken Straßenseite der Kölner Weg zusammen mit dem örtlichen Höhenweg nach links in den Berghang abzweigt.

(1) Der schmale Pfad führt steil nach oben zum Thingplatz Herchen.

Im Jahr 1935 errichtete die Gemeinde Herchen oberhalb des Orts ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Auf einem halbkreisförmigen Fundament erhob sich ursprünglich eine aus Bruchstein erbaute Rotunde. In ihr befanden sich auch die Tafeln mit den Namen der Gefallenen. Der Rundbau öffnet sich zu dem stufenförmig ansteigenden großen Versammlungsplatz, der nach germanischem Vorbild Thingplatz genannt wurde. Den Abschluss der Anlage bildet eine große Terrasse.
Unterhalb des Thingplatzes stehen die „Kölner Kanonen". Ihren Namen erhielten sie von ihrem ursprünglichen Standort auf dem Kölner Heumarkt. Die Kanonen stammen aus dem Deutsch- Französischen Krieg 1870/1871 und wurden im Ersten Weltkrieg von Köln nach Herchen verlagert.

(2) Anschließend steigen wir weiter steil bergan und gelangen zu einer Gabelung, wo wir den linken Pfad bergan wählen. Auf schmalen Wegen, die sich durch den Wald und am Hang entlangschlängeln, geht es weiter. Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich. Mehrfach senkt sich der Weg in einen Siefen, um anschließend in einer Spitzkehre erneut nach oben zu führen. Wir überqueren Siefen über Holzstege, winzige Bäche und wandern in einem urwüchsigen Wald. Für diesen malerischen Abschnitt sollten wir uns Zeit nehmen.

(3) Zuweilen schwingt der Pfad wieder auf die Höhe, und wir gondeln für kurze Zeit an Wiesen und Feldern vorbei, erreichen Aussichtspunkte, von denen wir auf die Sieg und den jenseits der Sieg aufsteigenden Leuscheid, schauen können. Schließlich senkt sich der Weg talwärts.

(4) Wir passieren die Gesamtschule Windeck, wandern auf einer Asphaltstraße bergab und stoßen auf die L333.

(5) Der Kölner Weg überquert die L333 und wendet sich direkt nach links zur L312, führt unter der Eisenbahnüberführung hindurch und auf die Straßenbrücke über die Sieg. Vor uns türmen sich die bewaldeten Hänge des Leuscheid über der Sieg auf. Der Kölner Weg hat das Gebiet des nördlichen Westerwalds erreicht.

(6) Hinter der Siegbrücke biegen wir sofort nach rechts auf die ansteigende Straße Zum Werferstein nach Werfen ein.

In Windeck-Werfen verbrachte der bekannte Kabarettist, Schriftsteller, Kinderbuchautor und Schauspieler Hanns Dieter Hüsch (1925-2005) seine letzten Lebensjahre.

(7) Der Kölner Weg verlässt Werfen schon bald wieder, indem er uns nach rechts in die Straße Hohnsiefen schickt und uns auf einen Wald zulaufen lässt. Der breite Wanderweg verläuft etwa 100 Meter über der Sieg.

Wir befinden uns im Bereich des Leuscheid, einem bewaldeten Hohenzug, der die Ländergrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bildet und sich zwischen Hennef und Weyerbusch erstreckt. Der Hohe Schaden ist mit 388 Metern die höchste Erhebung. Ebenfalls dem Leuscheid zuzurechnen sind die Höhensteine, die Eitorfer Schweiz und der Mönchskopf. Im Jahr 2004 wurden 1380 Hektar des Waldgebietes unter Naturschutz gestellt. In früheren Jahrhunderten wurde im Leuscheid Anfang Mai der Faulbaum geschlagen. Seine Rinde wurde mit einem Holzhammer abgeklopft, und die Lohe getrocknet. Pulvermühlen, die sich in der Umgebung angesiedelt hatten, kauften die Bunde und verarbeiteten sie zu Schwarzpulver.

Der Weg windet sich hoch über der Sieg flussabwärts.

(8) Von hier aus eröffnet sich uns ein schöner Blick auf den kleinen Ort Stromberg mit seinem Eichenhain auf der anderen Siegseite sowie auf den Nutscheid. Immer noch steigt unser Waldwanderweg stetig bergan. Wir durchwandern einen Buchenwald und wenig später einen neu aufgeforsteten Nadelwald, bis wir Schneppe erreichen.

(9) In der Höhe der Haus-Nr. 43 wenden wir uns nach rechts und wandern im Wald weiter, kommen unterhalb des 335 Meter hohen Hüngenhardt in offenes Gelände und genießen den wunderbaren Ausblick. Schließlich nähern wir uns wieder einem Wald.

(10) Wir stoßen auf einen Querweg, auf den wir nach links einbiegen, und das K lenkt uns nach links und dann nach rechts zur L147.

(11) Wir überqueren die Landstraße und gehen weiter geradeaus in Richtung Kuchhausen.

(12) Aber schon bald knickt der Kölner Weg nach links ab, um uns erneut in ein Waldgebiet zu führen. Abermals eröffnet sich ein herrlicher Ausblick auf das Irsenertal und den fernen Beulskopf mit dem Raiffeisenturm.

Hier empfiehlt es sich, den Kölner Weg für kurze Zeit zu verlassen und einen Abstecher zum Basaltkrater Blauer Stein zu machen. Wir folgen dem Hinweis Blauer Stein, wandern eine kurze Wegstrecke auf der Straße Richtung Kuchhausen geradeaus weiter, werden aber schon bald durch das Schild Basaltkrater nach rechts in ein kleines Waldstück geleitet. Vorbei an Kuchhausen linker Hand verläuft der Weg schließlich am Waldrand entlang.

Von 1944 bis 1963 lebte in Kuchhausen August Sander (1876- 1964), einer der wichtigsten deutschen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Der in Herdorf im Landkreis Altenkirchen geborene August Sander begann zunächst als Lehrling in der Eisenerzgrube „San Fernando" und kam mit 16 Jahren erstmals mit der Fotografie in Berührung, als ein Industriefotograf aus Siegen Aufnahmen auf dem Grubengelände machte. Bald darauf legt Sanders Familie 100 Taler für den Kauf seiner ersten Kamera zusammen. Er absolvierte eine Lehre und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem bedeutenden Fotografen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Sander ein eingeschränktes Berufsverbot auferlegt. Im Jahr 1943 verbrachte er die künstlerisch wertvollsten Bildbestände aus seinem Kölner Atelier nach Kuchhausen. Die Stadt Köln erwarb 1953 seine Sammlung „Köln, wie es war".

(14) Bald gelangen wir zu einer Schutzhütte. Der Hinweis Blauer Stein schickt uns nach rechts in den Wald hinein. Auf einem schmalen Pfad laufen wir auf den Basaltkrater zu.

Mächtige Basaltsäulen recken sich gebündelt aus einem Krater senkrecht empor. Über den Basaltsäulen schließen sich die Baumwipfel zu einer natürlichen Kuppel zusammen. Abgebaut wurde der Basalt von der Linzer-Basalt AG. Zuletzt wurde der Basalt während der großen Arbeitslosigkeit in den Jahren um 1900 gebrochen und zum Straßen-sowie zum Deichbau verwendet.

Von dem beeindruckenden Basaltkrater wandern wir zu der Stelle zurück, wo der Kölner Weg in Richtung Leuscheid abzweigt. Wenn wir aus der Richtung des Basaltkraters kommen, müssen wir nach rechts auf den Kölner Weg einbiegen.

Ein letztes Mal eröffnet sich uns ein weiter Blick nach rechts in Richtung Kuchhausen, dann nimmt uns der Wald wieder auf.

(14) Schließlich erreichen wir den Kuchhausener Kirchweg und nähern uns den ersten Häusern von Leuscheid. Der Kuchhausener Kirchweg läuft auf die Querstraße Am Kurheim zu, auf die wir nach links einschwenken. Wenige Meter weiter stoßen wir auf die Weyerbuscher Straße, die L147, und sehen auf der anderen Straßenseite Pesos Landhaus, das zur Einkehr oder Übernachtung einlädt. Wenn wir uns auf der Weyerbuscher Straße nach rechts wenden, gelangen wir in den Ortskern von Leuscheid und zur Kirche (Z).

Erstmals wurde die katholische Kirche in Leuscheid im Jahre 1131 als Besitz des Bonner Cassius-Stiftes erwähnt. Aus dem Besitz des Cassius-Stiftes ging später die Vogtei Leuscheid an den Grafen von Sayn über, der sie nach langen Grenzstreitigkeiten 1477 an den Herzog von Jülich abgeben musste. Ab 1607 fiel Leuscheid an die Herzöge von Berg und war ab 1808 - unter französischer Herrschaft-Mairie im Kanton Eitorf. Schließlich wurden 1808 Herchen und Leuscheid zur Munizipalität Herchen vereinigt. Bis 1969 gehörte Leuscheid zu Herchen.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort von den Schweden besetzt (1632/1633 und 1645-1648), obgleich die Einwohner Leuscheids seit 1565 zum Protestantismus übergetreten waren. Die evangelische Kirche diente damals den Schweden als Kuhstall. - Noch heute beherrscht die weiße Kirche mit ihren schiefergrauen Türmen den Ort Leuscheid. Es ist eine dreischiffige Basilika aus dem 12. Jahrhundert mit einem Querschiff, Chor und Sakristei aus dem 13./14. Jahrhundert. Der kölnische Marienaltar entstammt dem 15. Jahrhundert. Die Kirche hat zwei unterschiedlich hohe Türme, wobei Ansätze für einen dritten Turm erkennbar sind. Nach einer Sage sollen drei Geschwister ein Gelübde abgelegt haben, drei Türme erbauen zu lassen. Da eines der drei Geschwister vorzeitig verstarb, blieb es bei zwei Türmen.

Wegpunkte

  1. S : km 0 - alt. 104 m - Ecke der Siegtalstraße
  2. 1 : km 0.54 - alt. 130 m - Thingplatz Herchen
  3. 2 : km 0.92 - alt. 182 m - Gabelung, links
  4. 3 : km 2.05 - alt. 194 m - Wiesen und Felder
  5. 4 : km 2.98 - alt. 150 m - Gesamtschule Windeck
  6. 5 : km 3.31 - alt. 106 m - L333 überqueren, zur L312
  7. 6 : km 3.75 - alt. 104 m - Hinter Siegbrücke rechts
  8. 7 : km 4 - alt. 129 m - Hohnsiefen, rechts
  9. 8 : km 5.82 - alt. 163 m - Blick auf den kleinen Ort Stromberg
  10. 9 : km 7.3 - alt. 293 m - Schneppe - Haus-Nr. 43, rechts
  11. 10 : km 8.18 - alt. 337 m - Wald, Querweg links
  12. 11 : km 8.89 - alt. 353 m - L147 überqueren
  13. 12 : km 9.09 - alt. 359 m - Kreuzung - Abstecher Basaltkrater Blauer Stein
  14. 13 : km 9.8 - alt. 331 m - Kuchhausener Kirchweg
  15. Z : km 10.11 - alt. 310 m - Leuscheid

Hinweise

Anreise:
Anfahrt
Pkw/Parken
Ausgangspunkt: geringe Parkplätze im Zentrum von Herchen
Endpunkt: einige Parkplätze in Leuscheid

ÖPNV
Ausgangspunkt: RE9 (Aachen - Siegen) oder S12 (Köln - Au/Sieg) bis Herchen Bahnhof und weiter mit VRS-Bus 579 (Hennef - Windeck-Rosbach) bis Haltestelle In der Au in Herchen, samstags verkehrt der Bus nur bis mittags, sonntags überhaupt nicht.
Endpunkt: Gute Verbindungen werktags mit VRS- Anruf-Sammel-Taxi (AST) 587 Windeck von der Haltestelle Leuscheid Kurhaus nach Herchen Bahnhof.

Streckenprofil:
Eine herrliche, aber schwierige Wanderung, die zwischen Herchen und Herchen Bahnhof Trittsicherheit erfordert.
Die Strecke verläuft fast ausnahmslos auf Waldwegen und bietet wunderbare Ausblicke. Mehrere längere Anstiege sind zu bewältigen. Die Route ist für Radfahrer bedingt zu empfehlen.

Quelle: Der Kölner Weg - Eine Wanderung in 17 Etappen - von Evert Everts unter Mitwirkung von Erhard Schönberg

Einen Besuch wert

Einkehr/Übernachtung:
Pesos Landhaus, Weyerbuscher Straße 46, 51570 Windeck-Leuscheid

Am Wegesrand:
Thingplatz und Kölner Kanonen (1)
Höhenweg zwischen Herchen und Herchen Bahnhof
Basaltkrater Blauer Stein bei Kuchhausen zw. (12) und (13)

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