Start: Haltestelle Kreuznaaf
(S) Wir setzen unsere Wanderung auf dem Kölner Weg an der B484 von der Haltestelle Kreuznaaf aus fort. Das K führt uns in Ort und mündet in eine Straße, die eine Rechtskurve durch das Dorf beschreibt. Wir gehen bis zur K34, auf die wir nach links einbiegen.
(1) Nach rund 100 Metern verlassen wir die K34 wieder schwenken nach rechts auf eine kleine Asphaltstraße ein, auf der wir in das Naafbachtal hineinwandern.
Der Naafbach entspringt in 291 Metern Höhe an der Südflanke des Heckbergs. Seit etwa 1930 gab es Überlegungen, den Naafbach aufzustauen und eine Trinkwassertalsperre zu errichten, die der Trinkwasserversorgung von Köln und Bonn dienen sollte. Diese Pläne scheiterten jedoch an Bürgerprotesten. Seit 1982 stehen das Naafbachtal sowie dessen Nebentäler unter Naturschutz. In diesem, von zahlreichen Wanderwegen durchzogenen Tal treffen wir auf Eichen, Buchen, Erlen, Eschen, die sich mit Weiden und Wiesen abwechseln.
Nach geraumer Zeit zweigt unser Weg zunächst nach links, dann nach rechts in das Ürmichbachtal ab.
(2) Langsam ansteigend wandern wir weiter. Später begleiten uns Wiesen rechts des Weges, bis wir nach einem längeren Anstieg in Deesem auf einem kleiner Dorfplatz eintreffen.
Deesem kann auf eine lange Bergbaugeschichte zurückblicken. Unterhalb des Dorfs finden sich im Wenigerbachtal Überbleibsel von alten Grubenanlagen und Stollenmundlöchern. Ein in Handarbeit mit Schlägel und Eisen aufgefahrener Stollen aus dem 16. Jahrhundert, der zur Wasserableitung aus der Grube Walpot gedient haben dürfte, wurde freigelegt. Diese Grube unweit von Deesem ist teilweise wieder geöffnet. Abgebaut wurden in der Grube vornehmlich Blei-, Zink-und Kupfererze sowie Schwefelkies.
(3) Anschließend durchwandern wir den Ort, passieren ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1822 und gelangen in die Oststraße. Dort kommen wir an einem Bildstock von 1879 vorbei. Wenig später verlassen wir Deesem über die Nordstraße. Am Ortsausgang eröffnet sich ein weiter Blick über das Bergische Land und auf die Kirche von Seelscheid. Bald laufen wir auf einem Feldweg weiter, der sich später an einen Waldrand schmiegt. Rechts wölben sich kuppige Wiesen empor und verleihen diesem Abschnitt seinen besonderen Reiz.
Im weiteren Verlauf windet sich der Weg durch ein ausgedehntes Waldgebiet, bis wir kurz vor Heister wieder freies Gelände erreichen.
(4) Wenig später queren wir die Buscher Straße und laufen auf die B56 zu. Auf der anderen Seite der B56 geht es auf der Heisterstraße weiter. Nach wenigen Metern macht ein Hinweisschild auf einen Reiterhof und Britas Oase aufmerksam.
Unser Weg führt geradeaus auf der Heisterstraße weiter, von der wir schließlich nach rechts abbiegen. Kurz darauf durchqueren wir wieder einen Laubwald. Schließlich treten wir aus dem Wald heraus, und der beschauliche Weg führt uns am Waldrand entlang. Wir biegen nach links ab, rechts begleiten uns Wiesen.
(5) Bald darauf tauchen wir erneut in einen Wald ein und passieren einige Fischteiche. Schließlich gelangen wir an eine Freifläche und stoßen auf die L189.
(6) Wir überqueren diese, um auf der anderen Seite unseren Weg auf einem Trampelpfad fortsetzen.
Wir haben das Wahnbachtal erreicht. Ein kleiner Graspfad führt am Bach entlang.
Der Wahnbach ist ein etwa 26 Kilometer langer Wasserlauf, der die Wahnbachtalsperre speist.
(7) Nach etwa 150 Metern überqueren wir den Wahnbach über eine kleine Eisenbrücke und wandern nun auf der anderen Seite des Baches weiter. Wir folgen ihm bis zu einer Stelle, an der von links das Wendtal ins Tal des Wahnbachs mündet. Das Wendtal ist ein kleines, reizvolles Bachtal.
(8) Wir wandern geradeaus weiter und gelangen an eine Gabelung, an der der Kölner Weg nach links abzweigt, der Wanderweg A3 aber in Richtung Wahnbachtalsperre weiterführt.
Wir folgen dem K in ein schmales Waldtal und gelangen nach einer strammen Steigung nach Neunkirchen-Dahlerhof.
(9) Dort erreichen wir die Dahlerhoferstraße, der wir nach rechts folgen und anschließend die Walzenrather Straße, in die wir nach links einbiegen.
Der Name Walzenrath hat einen geschichtlichen Hintergrund: Im Jahr 1220 wurde das Landgut Heide in den Walzenrather- und in den Wiedenhof aufgeteilt. Aus der Verpachtung des Walzenratherhofs bezogen die Vikare der Pfarre Neunkirchen ihre Einkünfte.
(10) Von dort ist es ein kurzer Weg zur Hauptstraße, in die wir nach rechts einbiegen, um in Richtung der Pfarrkirche St. Margareta zu gehen. In der Hauptstraße, etwa 200 Meter hinter der Kirche St. Margareta, befindet sich das Hotel Zum Kurfürst. Der Kölner Weg zweigt jedoch schon vor der Kirche nach links in die Straße Im Thomasgarten ab. Ein kurzer Abstecher zur Kirche lohnt sich.
Erstmals wurde Neunkirchen 1178 urkundlich erwähnt. Die Pfarrkirche St. Margareta stammt in ihrer jetzigen Form aus dem 12. Jahrhundert. Ihre romanischen Deckenfresken sollen einzigartig nördlich der Alpen sein. In Neunkirchen wurde Wilhelm Herchenbach (1818-1889) geboren. Er war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Schriftsteller. Wegen seiner fantastischen Geschichten nannte man ihn in seiner Heimat auch „Lüchherchenbach". In einer seiner Sagen schildert er, der Ritter Göttscheid habe die Fertigstellung des bis dahin unvollendeten Kirchturms von St. Margareta veranlasst. Die Kirche war schließlich die neunte in der Umgebung, und so kam Neunkirchen zu seinem Namen.
Von unserem Abstecher zu St. Margareta kehren wir zurück und biegen - aus dieser Richtung kommend - nach rechts in die Straße Im Thomasgarten ein, die alsbald in die Straße Jahlsquelle übergeht. Vorbei am Friedhof geht es auf einem schattigen Weg weiter bis zu einem kleinen Schotterplatz. Hier biegen wir nach halbrechts auf einem pfadähnlichen Weg ein, folgen ihm bis zu einer Treppe und wenden uns nach rechts auf einen Querweg.
(11) Wenig später gehen wir an einer Asphaltstraße erneut nach rechts. In einigen Kehren wandern wir nun talwärts in das Dreisbachtal. Wir überqueren den Dreisbach, wandern am Bach entlang, kommen an Fischteichen vorbei und gehen später auf einem langsam ansteigenden Waldweg bis Ohmerath.
(12) Dort biegen wir nach rechts auf die Ohmerather Straße ein. Das K führt uns anschließend windungsreich talwärts und nach Ingersau im Bröltal. Unser Weg geht in ein Sträßchen über, das auf die B478 zuläuft, die wir sofort überqueren und schwenken nach rechts.
Ingersau, das urkundlich erstmals 1379 erwähnt wurde, ist ein winziger Ort an der Mündung des Dreisbachs in die Bröl. Obgleich nur ein kleiner Ort, gehört er zu zwei Gemeindebereichen. Der frühere Verlauf der Bröl bildete die Grenze zwischen Ruppichteroth und Neunkirchen-Seelscheid.
(13) Wir überqueren über eine Brücke die Bröl und wandern auf der Straße Im Höfchen weiter. Hier verlassen wir einen Landschaftsabschnitt mit vielen Steigungen, kleineren und größeren Waldpartien, weiten Wiesen- und Ackerflächen und vielen Fachwerkhöfen. Ab jetzt wird das Landschaftsbild weitläufiger, die häufigen Steigungen und Abstiege in die Täler entfallen; stattdessen haben wir größere Steigungen zu bewältigen, wandern aber auch längere Strecken auf den Höhen oder im Tal.
Links des Weges kommen wir an einer Fabrik vorbei. Der Weg wendet sich anschließend nach links und läuft auf Winterscheiderbröl, ein Dorf mit einigen schönen Fachwerkhäusern, zu.
(14) Danach gelangen wir zur Straße Am Brunnen und gehen an einem Wegekreuz vorbei. Wir wandern bis zum Ende des Sträßchens und steigen auf einer Wiese steil bergan auf einen Wald zu, kreuzen zweimal eine Straße und wandern an einem Waldrand weiter bergan bis zur Wendelinuskapelle.
(15) Anschließend tauchen wir in einen Eichenwald ein, treten erneut ins Freie und sehen vor uns Winterscheid.
(16) Unser Weg mündet schließlich in die Wendelinusstraße, die uns nach Winterscheid und zur Agathakapelle hinaufführt. Hinter der auf der linken Straßenseite liegenden Kapelle biegen wir nach links auf die Hauptstraße ein und wandern auf die Kirche von Winterscheid zu.
(Z) Auf unserem Weg passieren wir mehrere schöne Fachwerkhäuser und erreichen an der Kirche St. Servatius das heutige Ziel.
Winterscheid liegt auf einer Höhe von 220 Metern. Das Gebiet um Winterscheid wurde hauptsächlich in der großen Rodungszeit zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erschlossen. Urkundlich wird der Ort erstmals 1131 erwähnt. Aufgrund eines Dekrets von Kaiser Napoleon I. aus dem Jahr 1808 wurde Winterscheid 1815 eine selbstständige Gemeinde, erhielt jedoch keine eigene Verwaltung. Die teilte sich der Ort mit Ruppichteroth. 1969 schließlich endete die gemeindliche Selbstständigkeit, seither bildet Winterscheid mit anderen kleinen Orten die Gemeinde Ruppichteroth. Sehenswert ist die dem hl. Servatius geweihte Pfarrkirche. Der Kirchturm stammt aus dem 12. Jahrhundert; 1685 erfolgte der erste Neubau der Kirche, der Turm blieb aber in seiner ursprünglichen Form erhalten. Von 1765 bis 1781 wurde das Langhaus erneut umgebaut.