Start: Berglusthaus, 79283 Bollschweil – St. Ulrich
Zufahrtsweg Freiburg – Merzhausen – Au – Sölden – St. Ulrich
Wegmarkierung des St. Ulrich-Rundwegs:
Das Schild besteht aus dem Wappen von St.Ulrich: Es stellt in Silber (weiß) auf grünem Boden den heiligen Ulrich in schwarzem Mönchsgewand dar, die Rechte segnend erhoben und in der Linken ein silbernes (weißes) Kreuz haltend. Dazu kommt in Richtung des Wegweisers die gelbe Raute des Schwarzwaldvereins.
(S/Z) Der Rundweg verläuft zuerst vom Wegweiser „Berglusthaus“ (831 m) auf der geteerten Fahrstraße in Richtung der Wegweiser „Eckewitti“ (860 m) und „Parkplatz Gerstenhalm“ (850 m).
Das erste Anwesen linker Hand (Haus-Nr. 25) wird als „s ́Große“ bezeichnet und gehört der Familie Roland Steiert. In einer Übergabe-Urkunde von 1871 wird es erstmals als ein einstöckiges Wohnhaus mit Stall und Balkenkeller sowie mit kleiner Landwirtschaft beschrieben. 1995 wurde nach Verkauf der letzten Kühe der landwirtschaftliche Betrieb eingestellt. Im Wohnhaus befindet sich eine Ferienwohnung. Bewundernswert ist der Blumenschmuck und der Bauerngarten an der Weggabelung.
Der St.Ulrich-Rundweg geht weiter auf der geteerten Straße mit herrlichen Ausblicken nach Westen auf den Kammschwarzwald und auf die Vogesen.
Der alte Name „Äckerleweg“ auf dem Schild am Zaun bezieht sich auf das Gewann „Vogtsäckerle“, deutet aber zugleich darauf hin, daß früher anstelle des heutigen Grünlands hier Ackerflächen waren.
(1) Hinter dem Wegweiser „Am Geißenfelsen“ (855 m), von dem aus der untere Panoramaweg am Hohbühl abzweigt, kommen wir zum nächsten Anwesen.
Es handelt sich um den „Fridlihof“ im Vogtsäckerle (Haus-Nr. 26), der um das Jahr 1780 auf der Geiersnester Weid errichtet wurde. 1994 wurde der landwirtschaftliche Betrieb eingestellt und der Ökonomieteil des Hauses zu Wohnzwecken umgebaut und später nach Süden erweitert.
Hinter dem Anwesen hört die geteerte Straße auf, und es beginnt ein befestigter Feldweg.
Linker Hand liegen die Mauerreste des 1966 abgebrannten „Äckerlehofs“ (Haus-Nr. 27), der jedoch nicht wieder aufgebaut wurde, nachdem er 182 Jahre lang bestanden hatte. Die Hofreite dient heute als Lagerplatz. Rechter Hand tauchen unter hohem Baumbestand (zumeist Fichten) zwei Ferienhäuser auf. Die ältere Hütte am Nordende des umzäunten Geländes war das erste Wanderheim des Touristenvereins „Berglust“. Es ist heute in Privatbesitz.
Hinter dem Holzzaun zweigt der Hohbühl-Rundweg ab, der zum oberen Panoramaweg führt.
(2) Der St. Ulrich-Rundweg verläuft jedoch weiter zum Wegweiser „Eckewitti“ (860 m).
''Der Name setzt sich zusammen aus „Ecke“ und „Witti“. Die Vorsilbe geht auf das Gewann „Eck“ nördlich des Weges zurück und weist auf den umliegenden Buchenbestand sowie auf die Eckern (= Bucheckern) hin, die früher
für die Ölherstellung gesammelt wurden. Das Wort „Witti“ bezieht sich auf die weite freie Fläche. Der Wegabschnitt am Hohbühl wird auch als (Ecke-)Wittiweg bezeichnet (s. Beschilderung und Wanderkarten).''
Am Wegweiser stößt der St.Ulrich-Rundweg auf den regionalen Wanderweg (blaue Raute), der in nördlicher
Richtung zum Wegweiser „Parkplatz Gerstenhalm“ (850 m) führt.
Hier endet die Kreisstraße K 4956 für den Autoverkehr an einem großen Parkplatz. Dieser ist ein beliebter Ausgangspunkt für erlebnisreiche Wanderungen auf der waldfreien Hochfläche mit prächtigen Ausblicken. Unterhalb des Parkplatzes, der auch "Auf der Eck" genannt wird, liegt der Eckhof (s. Hinweisschild).
''Die landwirtschaftliche Produktion des 230 Jahre alten Hofes umfasst die Bereiche Milchwirtschaft und Grünland,
Forstwirtschaft, Direktvermarktung der Hoferzeugnisse (Hoflädele), sowie den Fremdenverkehr (Ferienwohnungen). Weit über die Gemeinde hinaus sind die "Eckhof-Eisspezialitäten" bekannt (Lieferant an die Gastronomie, im Sommer Eisdiele am Hof).''
Am Parkplatz steht eine Informationstafel mit den markierten Wanderwegen des Schwarzwaldvereins sowie des St.Ulrich-Rundwegs und des Lebenswegs.
Der St.Ulrich-Rundweg wird in Richtung Wegweiser „Gerstenhalm“ (840 m) auf dem Birkwaldweg fortgesetzt, der auf der Südseite des Hörnle (885,8 m ü.NN) entlangführt (gelbe Raute).
Zuerst geht es vorbei an Wiesen mit prächtigen Weidbäumen, u. a. einer hervorragenden Buche nahe der Ferienhütte. Dann führt der Weg hinein in einen geschlossenen Nadelwald, der überwiegend aus Fichten, zum geringen Anteil aus Tannen , Lärchen und Douglasien besteht. Im Unterwuchs kommt die Stechpalme vor. Am Südhang fallen innerhalb der Aufforstung alte Weidbuchen auf, die auf die ehemalige Nutzung der Fläche als Weide hinweisen.
An steileren Hangabschnitten ist als Folge verstärkter Bodenabtragung Felsgestein freigelegt, und es treten Schuttdecken (aus Steinen und Blöcken) auf. Auf der Nordwestseite wurden die Nadelbäume nach Windbruch gefällt. In den letzten Jahren kamen dort als Jungwuchs die Vogelbeere, Birke, Esche sowie der Bergahorn auf.
''Hinter dem Wald erreichen wir eine Freifläche mit einem großen Wegkreuz (erstellt 1971) und Sitzbänken.
Von hier aus haben wir eine wunderbare Aussicht auf die Landschaft ringsum: Nach Norden reicht der Blick vom Kaiserstuhl über die Freiburger Bucht und die Stadt Freiburg nach Horben und bis zum Kandel, nach Süden zum
Kammschwarzwald, Belchen und Blauen und in das Oberrheintiefland und weiter zu den Vogesen. Im Vordergrund liegen die Höfe von Geiersnest. Entlang des Weges verläuft die Gemeindegrenze zwischen Horben und Bollschweil (-St.Ulrich), die über das Hörnle zum Gerstenhalm führt und im Gelände durch Grenzsteine und einen Wall markiert ist. Am Gerstenhalmsattel fällt besonders die in Richtung Horben abgesetzte Geländestufe auf. Sie entstand durch die herausgehobene „Gerstenhalm – Hörnle – Hohbühl - Scholle“ im Gegensatz zur tiefer abgesunkenen „Horbener Scholle“. Der Allmendwald am Gerstenhalm (858,3 m ü. NN) wurde Ende des 18. Jahrhunderts unter den Bauern von Horben aufgeteilt.''
(3) Vom Wegweiser „Gerstenhalm“ (840 m) führt der Rundweg in südlicher Richtung auf einem breiten Schotterweg hinab vorbei an Wiesen und Weiden. In einer Rechtskurve oberhalb des Anwesens 31 geht es zum Wegweiser „Geiersnest“ (797 m). Wer möchte, kann einen Abstecher zum Berggasthof "Gerstenhalmstüble" machen (siehe "Nützliche Informationen").
Entlang der Kreisstraße 4956 hat sich der Ortsteil durch Einzelhöfe, kleinere Häuser und Neubauten zu einem verdichteten Kernbereich entwickelt. Hier befindet sich auch die Endhaltestelle der Buslinie 7208.2 (St. Ulrich – Geiersnest nach Bollschweil Abzweigung St. Ulrich). Geiersnest wurde bereits im 14. Jahrhundert erwähnt und war ehemals eine selbständige Gemeinde. 1854 wurde die Vereinigung mit St.Ulrich auf eigenen Antrag hin genehmigt und 1868 vollzogen.
(4) Vom Wegweiser „Geiersnest“ führt der markierte Rundweg zwischen Wiesen und Weiden in Richtung Galgenkopf weiter.
Von dem breiten Fahrweg aus erhält man wiederum einen herrlichen Ausblick auf Geiersnest und die die südlichen Schwarzwaldberge. Rechter Hand beginnt der Laubwald mit vorwiegend Buchen, darunter stattlichen Exemplaren der Rotbuche und der Traubeneiche.
Danach führt der Rundweg in einen Mischwald hinein, wo neben der Buche Nadelhölzer (Tanne, Fichte) auftreten.
(5) Auf einem abschüssigen Weg erreichen wir die Wegkreuzung mit dem Wegweiser „Am Galgenkopf" (772 m). Dahinter steht das „Obere Bildstöckle“, ein Gedenkstein an einen 1749 an diesem Ort begangenen Mord. Der St.Ulrich-Rundweg biegt hier nach links ab und erreicht in 200 m den Wegweiser „Paulihof“ ( 776 m).
Der Paulihof enstand aus dem 1588 erstmals erwähnten Vögelinhof, der später in die Hofgüter Paulihof (Haus-Nr. 32) und Michelehof (Haus-Nr. 32 a) geteilt wurde. In den nachfolgenden Jahren wurden die Höfe sowohl gemeinsam als auch getrennt bewirtschaftet. 1952 eröffnete Stefan Karle eine Gaststätte unter den Namen „Paulihof“. 1972 übernahm sein Sohn Herbert in der achten Generation den Paulihof und auch die Gaststätte. Neben der Landwirtschaft und der Gaststätte war er auch als Forstarbeiter im Staatsforst tätig. Zusammen mit seiner Frau Annemarie führte er die Gastwirtschaft bis 2017. Urlaubsgäste und Tageswanderer vermissen dieses beliebte Ausflugslokal mit der badischen Küche und dem herrlichen Ausblick von der Terrasse auf die gewachsene Kulturlandschaft um St. Ulrich.
Vom Wegweiser „Paulihof“ (776 m) geht es weiter nach rechts auf dem markierten Wanderweg (gelbe Raute)
in Richtung Wegweiser „Schweighof“ (703m). Der Weg führt hinter der Bebauungsgrenze zuerst hinab in den Wald.
''Der Bestand aus alten Rotbuchen und Niederwald (Hainbuche) weist auf eine verschiedenartige Nutzung des
kleinparzellierten Bauernwalds hin. An der Lichtung unterhalb erhält man einen herrlichen Blick auf den Belchen und den Hohen Blauen sowie auf den Südlichen Kammschwarzwald.''
Über Wiesen und Weiden geht es dann weiter hinab zum Schweighof (Haus-Nr. 44).
Er stellt ein umgebautes Schwarzwaldhaus mit bergseitiger Dacheinfahrt dar. Dazu kommen kleine Nebengebäude, darunter ein älteres Wohnhaus, das als Ausgedinge (Altenteil) diente. Das Hofgut (früher auch „Schweickhof“ geschrieben) wurde ursprünglich vom Priorat St. Ulrich bewirtschaftet und diente als Meierhof zu dessen Versorgung. Erwähnt wurde es erstmals 1588 in einem Kaufvertrag, der auf die Übergabe von klösterlichem Besitz in Bauernhand hindeutet. Seit 1853 besteht im Schweighof eine Gaststätte unter dem Namen „Zur Krone“, die zusätzlich zur Land- und Forstwirtschaft betrieben wurde. Heute wird die Gaststätte „Schweighof“ genannt. Mit der Renovierung des Hauses und Wiedereröffnung der Gastwirtschaft im Jahr 2002 wurde das alte Wirtshausschild abgehängt. Dafür wurde an der Hauswand ein Doppelwappen angebracht. Es zeigt links einen stilisierten schwarzen Geier (Wappentier von Geiersnest) und rechts die Krone (ehemaliger Name des Gasthofes). Auf der Terrassenseite des benachbarten Schuppens befindet sich eine Sammlung alter Wegschilder des Schwarzwaldvereins aus der Umgebung.
(6) Vom Schweighof verläuft der St. Ulrich-Rundweg (gelbe Raute) auf einer festen Straße. Diese umgeht in einem großen Bogen den als Weide genutzten Quellbereich des Stelzenbachs, eines nördlichen Nebenbachs der Möhlin, sowie das weiter abwärts tief eingeschnittene Tälchen, das auch als Schweighoftal bezeichnet wird. Die Wege und Viehpfade im Quellbereich sind von Obstbäumen und Buschgruppen gesäumt.
Am Rande der Quellmulde unterhalb vom Schweighof liegt das Schweighöfle (Haus-Nr. 45). Das 1824 erbaute Gebäude wurde später „s ́Anselmen“ genannt nach dem Erbauer Anselm Heine oder nach dem Sohn und Hoferben gleichen Namens.
Der Rundweg führt auf einer befestigten Fahrstraße in einen Mischwald hinein, der aus Rotbuchen und Weißtannen (mit Bergahorn) besteht. Auch der Jungwuchs setzt sich aus Tannen und Buchen zusammen und weist damit auf den ursprünglichen Baumbestand hin.
(7) Im Wald biegt der Wanderweg nach links ab (gelbe Raute und Hinweisschild „Heinehof“), wo er am gegenüberliegenden Waldaustritt auf den Wegweiser „Eichbühl“ (650 m) stößt.
Der Name weist auf den hohen Anteil von Eichen hin, die hier noch in montaner Lage an günstigen Standorten (Südseite des Bühls = Hügels) vorkommen und früher auch wegen der Eicheln in ihrer Verbreitung gefördert wurden. Im 20. Jahrhundert wurden einige Hänge durch Fichten-Neuaufforstung verändert.
Vom Wegweiser „Eichbühl“ führt der St. Ulrich-Rundweg zum Heinehof. Er verläuft zuerst durch einen Wald, dessen vielschichtiges Bild auf einen kleinparzellierten Bauernwald zurückgeht. Im anschließenden Grünland führt der Rundweg in einem großen Bogen ins Tal des Nesterbachs hinab, wo wir zum Wegweiser „Heinehof“ (617 m) gelangen.
(8) Von dort erhalten wir einen Überblick über die Gebäude des Heinehofs, dem tiefst gelegenen Hof von
Geiersnest.
Der Heinehof gehört zu den neun alten Hofgütern in Geiersnest. Er wurde 1641 anläßlich der Besitzübergabe an Christian Thoma erstmals nachweislich erwähnt. Der Name des Hofes geht auf das Geschlecht Heine (alte Schreibweise „Haini“) zurück, das in vier Generationen, von 1737 bis 1867, hier ansässig war. Danach erwarb die Familie Sonner den Hof, den heute die Nachfahren in der fünften Generation bewirtschaften. Um den landwirtschaftlichen Betrieb ertragreich führen zu können, baute der gelernte Koch Valentin Sonner eine Fleischrinderzucht auf. Grundlage dafür waren die umfangreichen Wiesen- und Weideflächen in St. Ulrich, Bollschweil und Ehrenstetten. Ermöglicht durch Rebflächen in Bollschweil und Ehrenstetten konnte er 1993 neben der landwirtschaftlichen Produktion eine Straußenwirtschaft unter dem Namen „Sonners-Sonnen-Strauße“ eröffnen.
1998 fügte Valentin Sonner und seine Frau Barbara zwei Gästezimmer und eine Hofbackstube hinzu, und 2008 bauten sie die Strauße zur konzessionierten Gastwirtschaft „Sonners Heinehof“ um. Somit besteht heute der von der Famlie Sonner geführte Heinehof aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und der Gastwirtschaft mit Ferienunterkunft, die von Gästen aus nah und fern immer gern aufgesucht wird. Im Jahr 2007 wurde am Hang neben dem Anwesen die Heinehof-Kapelle errichtet. Sie ist dem Heiligen Benedikt und der Mutter Maria geweiht.
''Unterhalb des "Heinehof" fließt der Nesterbach, der nach Süden hin in die Möhlin entwässert. An dieser Stelle ist noch auf eine interessante Erscheinung der Landschaftsentwicklung hinzuweisen: Während das bewirtschaftete
Grünland keine Bodenabtragung aufweist, entstand unter einem Fichtenbestand durch Erosion eine tiefe Kerbe, die am Oberende mit einer senkrechten Stirnstufe (einem „Kerbensprung“) beginnt, Hier zeigt sich, wie anfällig der
Boden am Hang unter Aufforstung mit Fichten sein kann.''
Der Wanderweg führt im Tal des Nesterbachs entlang.
(9) Am Wegweiser „Am Nesterbach“ (583 m) überqueren wir das Gerinne. Hier stoßen wir auf den
Fahrweg der Höfe im Schweighoftal. An der Weggabelung liegt der Haltepunkt 13 des Lebenswegs ("Blickwinkel"). Auf der geteerten Straße geht es vorbei an einem Brunnen. Gegenüber wurde oberhalb der Böschung zum Nesterbach ein Holzlager eingerichtet. Entlang der Straße im Ortsetter von St.Ulrich fällt die großzügige Bebauung auf.
(10) Weiter geht es auf dem markierten Wanderweg zur Kreisstraße K 4956 und zur Ortsmitte.
St. Ulrich (mit den Wohnplätzen Geiersnest und Kaltwasser) war bis 1974 eine eigenständige Gemeinde. Im Zuge der Gebietsreform wurde sie nach Bollschweil eingegliedert.
Am Wegweiser „St. Ulrich Rössle“ (571 m) steht eine alte Holztafel mit dem Relief des Wandergebiets. Zwei neue Informationstafeln befinden sich auf der Straßenseite gegenüber. Die erste zeigt eine Wanderkarte mit Wandervorschlägen des Schwarzwaldvereins, die zweite „Einblicke und Ausblicke“ vom Lebensweg. In der Telefonzelle liegt Informationsmaterial über den Tourismus aus.
Das Wegkreuz wurde 1865 errichtet. Das große Gebäude ist das „Haus an der Möhlin“, das „Bildungshaus Kloster St.Ulrich/Katholische Landvolkshochschule“ mit dem Aemilian-Üssermann-Saal, benannt nach dem Benediktinermönch und Professor der Philosophie und Moraltheologie. Er wurde als Joseph Üssermann im Haus Nr. 6 („s ́Sonners“) geboren, das gegenüber westlich der Straßeneinmündung liegt. Dort ist auch eine Gedenktafel mit den Lebensdaten angebracht. Als Bibliothekar in St.Blasien wurde er seinerzeit aufgrund seines umfangreichen Wissens „lebendige Bibliothek“ genannt.
Das Gasthaus „ Zum Rössle“ ist ein zweigeschossiges steinernes Walmdachhaus, das zusammen mit seinem dahinter stehenden Wirtschaftsgebäude einen Zweiseithof bildet. Es war ehemals eine Klostermühle, die als Getreidemühle diente und bereits 1667 erwähnt wurde. Auf einem Foto aus dem Jahre 1915 ist das Mühlenrad noch zu sehen. 1919 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt, das Mahlwerk verkauft und der Mühlraum zu einem Gastsaal umgebaut. Auch die Zuleitungen zur Mühle sind im Gelände nicht mehr zu erkennen, da sie durch Haus- und Straßenbau überdeckt wurden. Von 1954 an entwickelte sich das Haus durch Umbau und Sanierung zu einer renommierten Gaststätte mit Gästezimmern. 1995 erfolgte die Übergabe des Anwesens mit dem Wirtschaftsrecht an Helga Sumser. Als "Alt-Rösslewirtin" betreibt sie mit ihren beiden Söhnen das heute weit über die Region hinaus bekannte Gasthaus, das immer wieder gern besucht wird.
Am Wegweiser „St. Ulrich Rössle“ (571 m) und der Bushaltestelle beginnt der 8 km lange St. Ulrich-Rundweg, der zuerst noch entlang der Kreisstraße K 4956 verläuft, dann aber in der scharfen Linkskurve auf einen
Wirtschaftsweg, den Talweg, in das Möhlintal hinauf abzweigt (Wegmarkierung gelbe Raute). An der Abbiegung wird der Bach unter der Kreisstraße durchgeführt.
''In den Häusern an der Möhlin (Straßenwarts, Haus-Nr. 12, und Ottilie, Haus-Nr.14) wurden früher Mühlen betrieben. Die beiden ersten Häuser am Ausgang des Talwegs (Salpeterhof, Haus-Nr. 13, und Ottilie, Haus-Nr. 14)
waren bis gegen Mitte des 18. Jahrhunderts in einem Anwesen vereint. Heute befindet sich im Haus Nr. 14 der Sitz der Firma Rosen-Mai Freiland-Stauden, die sich vor allem auf Pflanzen aus heimischer Flora sowie auf Bauerngarten- und Wildstauden spezialisiert hat. Weiter im Angebot sind handgefertigte Holzartikel aus heimischen Bäumen als Dekoration für Haus und Garten. Neben dem Hofladen an der Straßenecke werden die Produkte auch auf den Wochenmärkten im Hexental angeboten.''
Das folgende Haus (Hintere Schmitte, Haus-Nr. 15) war ehemals – wie der Name aussagt – eine Schmiedewerkstatt (18. und 19. Jahrhundert). Dieses Gebäude wurde 1978/79 durch einen Neubau ersetzt.
Das Haus „Zimmerhansen“ (Haus-Nr. 16) am linken (nördlichen) Eingang des Talwegs wurde wie der Name sagt von einem Zimmermann errichtet. Das Ökonomieteil wurde in den 80er und 90er Jahren zu Wohnungen ausgebaut.
''Am Hang beiderseits der Möhlin sind durch Mauern geschützte Ackerterrassen zu erkennen. Die Ackerflächen wurden zwischen 1940 und 1950 für den Eigenbedarf der Dorfbewohner bestellt. Auch heute noch sind viele
Trockenmauern im Gelände zu erkennen sowie Steinwälle, die aus Lesesteinen errichtet wurden. Neben dem Erosionsschutz dienten sie auch zur Wegbefestigung und zur Abgrenzung des Privatgeländes von den
Allmendfeldern.''
''Am Hang linker Hand steht ein Wasserbehälter von 1906. Solche alten Wasserbehälter und Quellfassungen für die Trinkwasserversorgung sind entlang des Möhlintals noch an einigen Stellen zu finden. Im Jahre 1904 schlossen sich die Gemeinden der Neumagen-Möhliner Niederung zum Wasserversorgungsverband „Möhlingruppe“ zusammen. Heute gehören zu diesem Zweckverband Ehrenkirchen (Sitz der Verwaltung), Bollschweil (Ortskern),
Pfaffenweiler, Schallstadt (Ortsteil) und Bad Krozingen (Ortsteil Biengen). St. Ulrich hat eine eigenständige Wasserversorgung (s. RW 1, Wanderungen um und über den Hohbühl). Die Trinkwasserversorgung der Gemeinden konnte durch die Fassung von zehn Quellen auf der Gemarkung St. Ulrich gewährleistet werden.''
''Die Brunnenstuben und Wasserbehälter sind entlang des Möhlintals noch teilweise im Gelände auszumachen. Der Wasserreichtum des Gebiets wird bereits auf Wanderkarten durch das dichte Netz der eingezeichneten Quellen
und Brunnen im trichterförmigen Einzugsgebiet der Möhlin deutlich.''
Etwa 300 m von der Abzweigung des Talwegs entfernt liegt rechter Hand direkt an der Möhlin der „Parkplatz Talweg“, der erste der beiden Waldparkplätze.
Ein Blick ins Flußbett hinter der Ruhebank („Für Inge“) zeigt den typischen Aufbau eines Bergbaches mit einem hohen Anteil an Steinen und Blöcken auf sandig-grusigem Boden. Aufgrund des hohen Gefälles zeigt der Bach ein schießendes Fließverhalten. Dadurch entstehen im Bachbett kleine Wasserfälle und Stromschnellen.
Die Möhlin wird gesäumt von Bäumen der feuchten Talaue: Erlen an der Uferböschung sowie Eschen, Ulmen und Bergahorn am Rande. Ausgebreitet hat sich sehr stark als Neuankömmling (Neophyt) das Indische Springkraut.
(11) Weiter oberhalb treffen wir an der Weggabelung auf den Wegweiser „Winterbergparkplatz“ (642 m), auf den auch die Wanderroute vom Winterberg stößt.
Die Rundwanderung wird auf dem beschilderten Kohlwaldweg fortgesetzt, der vom Talweg in einer scharfen Linkskurve Richtung Gschwendle (gelbe Raute) abbiegt.
Am Hang ist zerklüfteter Fels aufgeschlossen, u. a. an dem Haltepunkt 6 des Lebenswegs („Risse“). Vor allem die widerständigen Migmatite (hier Diatexite) neigen zur Felsbildung. Am Felsfuß liegen abgesprengte Blöcke und Steine. Wie an Weganschnitten zu sehen ist, werden die Hänge von einer lehmig-steinigen Schuttdecke aufgebaut, auf der sich als Bodentyp die Braunerde entwickelte. Die Vegetation besteht aus einem Buchen-Tannen-Mischwald.
Der Name „Kohlwald“ weist auf die frühere Köhlerei hin. Weitere Flur- und Wegenamen in der Umgebung wie Kohlermatten, Kohlernkopf oder Kohlerweg zeugen von der ehemals weiten Verbreitung dieses Waldgewerbes und dem damit verbundenen hohen Holzverbrauch. Für die Herstellung der Holzkohle wurde vor allem die Rotbuche, in höheren Lagen auch die Weißtanne verwendet. Die Köhlerei fand vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit statt.
An der Rechtskurve des Kohlwaldwegs erreichen wir am Waldrand das „Heide Plätzle“. Die frühere Grillstelle wurde im Zusammenhang mit dem Lebensweg neu gestaltet und die Feuerstelle mit Sitzbänken kreisförmig umbaut (Haltepunkt 7: „Gemeinschaft“). Auf dem nachfolgenden Wegstück am Waldrand eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf St. Ulrich und auf Geiersnest.
Das Siedlungsgebiet ist bäuerlich geprägt durch Einzelhöfe mit umgebener Hofflur. Bewaldete Anhöhen im Wechsel mit ausgedehnten Grünlandflächen, die von Baum- und Buschstreifen sowie von Weidbäumen unterbrochen werden, kennzeichnen das stark gegliederte und vielseitige Landschaftsbild. Am Holzlagerplatz weiter oberhalb führt der Rundweg in einer Rechtskurve in den geschlossenen Mischwald hinein. Er besteht vorwiegend aus Buchen, Tannen und Fichten, unter denen einige hohe und kräftige Vertreter auffallen.
In einer scharfen Linkskurve befindet sich der Haltepunkt „Schwere“ des Lebenswegs.
(12) Weiter bergauf gelangen wir zu einer Abzweigung, wo der Wegweiser „Gschwendle“ (715 m) steht. Dort zweigt der geteerte Gschwendlweg ab, der zum Gschwendlehof führt (s. Rundweg 3). Der Lebensweg biegt nach links in Richtung Heinehof ab.
Der St.Ulrich - Rundweg führt rechts den Berg hinauf und vorbei an einem Waldstück, das durch Windbruch beeinträchtig wurde. Mit dem Verlassen des Kohlwalds erreichen wir ein vorwiegend durch Grünland
genutztes, waldarmes Bergland. Am Waldrand steht linker Hand ein Wegkreuz (errichetet 1907).
Von dort erhalten wir einen guten Überblick über die Einzelhofsiedlung von Geiersnest mit den bewaldeten Anhöhen Hörnle und Gerstenhalm im Hintergrund. Der nun folgende Weg steigt weiterhin an und verläuft zwischen Wiesen und Weiden auf einem Riedel, der von dem bewaldeten Steilabfall des Möhlintals und den eingetieften Quellarmen des Nesterbachs begrenzt wird.
Zwischen Wiese und Waldrand kommen Steinwälle vor, die als Besitzgrenze anzusehen sind. Einige Bäume und Sträucher weisen Verbißformen auf (z. B. der Bergahorn am Wanderweg). Von Mai bis Juli stehen die Wiesen in voller Blütenpracht.
Am oberen Hang der durch den Wanderweg erschlossenen Wiesenlandschaft steht versteckt hinter einer breit ausladenden Linde das Berglusthaus (S/Z).