Räuberland-Pfad Geschichten und Geschichtchen

Das Räuberland, Teil des bayerischen Naturparks Spessart, liegt im Herzen des so genannten Mainvierecks und verfügt über eines der größten Mischwaldgebiete Deutschlands. Die Region erhielt im Jahre 2016 die Zertifizierung "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland".

Der Räuberland-Pfad Geschichten und Geschichtchen führt aus dem idyllischen Elsavatal auf wurzeligen Steigen und weichen Waldpfaden durch spessarttypischen Mischwald zum Echterspfahl hinauf, um dann talwärts am Wasserschloss Mespelbrunn vorbei zu laufen und zum Ausgangspunkt im Elsavatal zurück zu kehren. Das Streckenprofil weist neben einem hohen Anteil naturbelassener Waldpfade auch breite Forstwege auf.

Details

Nr.27236136
Erstelldatum:
Bearbeitungsdatum:
Letzte Bewertung:
  • Zu Fuß
    Aktivität: Zu Fuß
  • ↔
    Distanz: 10,06 km
  • ◔
    Durchschnittliche Dauer: 3:45 Std. 
  • ▲
    Schwierigkeitsgrad: Mittel

  • ⚐
    Zurück zum Start: Ja
  • ↗
    Aufstieg: + 300 m
  • ↘
    Abstieg: - 293 m

  • ▲
    Höchster Punkt: 495 m
  • ▼
    Niedrigster Punkt: 237 m

Fotos

Beschreibung der Wandertour

Start: Wanderheim Mespelbrunn (Elsavastraße 60, 63875 Mespelbrunn)

Parkmöglichkeiten: geschotterter, kostenloser Parkplatz am Wanderheim Mespelbrunn

(S/Z) Am Wanderheim Mespelbrunn beginnen wir die Tour auf dem Wanderparkplatz. Vom Wanderheim führt uns der Räuberland-Pfad mit dem Wegezeichen "Roter Hase" sofort in die Brachwiesen des Elsavatales hinein. Hier folgen wir einer ausgesprochen idyllischen Wegführung über weiche Uferpfade und schattige Waldpassagen

Linker Hand zeigt sich immer wieder die munter plätschernde Elsava, während zur rechten Seite das Gelände stark ansteigt. Wir wandern eine ganze Weile flussabwärts in Richtung Heimbuchenthal.

(1) An der Gabelung kurz vor der Ortschaft halten wir uns links und gehen dann in den Ort hinein. Eingangs der Ortschaft treffen wir auf ein mächtiges Wasserrad, das von der Elsava angetrieben wird. Es handelt sich dabei um das immer noch intakte Mühlrad der ehemaligen Walzenmühle.

Wir gehen über den Mühlenweg und biegen dann links in die Hauptstraße ein und kommen hier an der Martinuskirche vorbei. Das Kircheninnere verfügt über eine ausgesprochen prunkvolle Ausstattung im Rokokostil.

Wir biegen rechts auf die Friedhofstraße und dann auf den Gründchesweg ab. Es geht auf einem geschotterten Forstweg stark ansteigend in den bewaldeten Hang hinein.

(2) Wir folgen jetzt dem Wegezeichen "H1" und wandern am Friedhof von Heimbuchenthal vorbei in die Flanke des Steiniger Berges hinein. Nach einem scharfen Rechtsknick ist ein strammer Anstieg zu bewältigen. Hohlwege, schmale Pfade und wurzelige Steige bestimmen nun das Streckenprofil. Ständig bergan wandernd geht es abwechselnd durch dunklen Tann und lichten spessarttypischen Mischwald.

(3) Hinter dem Steiniger Berg stoßen wir auf eine Gabelung und halten uns links. Wir folgen dem Weg weiter über den Martinsberg, erreichen bald einen Querweg und halten uns rechts.

(4) Am nächsten Querweg beim Dreistein biegen wir links ab.

(5) Schließlich gelangen wir auf der Anhöhe zum Echterspfahl. Der Sage nach lebten im nahe gelegenen Odenwald drei Raubritter der Adelsfamilie Echter. Wegen ihres Raubrittertums belegte Kaiser Friedrich Barbarossa sie mit der Reichsacht und ließ ihre Burg zerstören. Daraufhin zogen sich die drei Raubritter in den Spessart zurück und verbargen sich dort in mehreren Behausungen. Immer wieder trafen sie sich in der Nähe des heutigen Echterspfahls. Als sie schließlich wieder in Gnaden aufgenommen wurden und in den Odenwald zurückkehren durften, ließen sie an dieser Stelle zur Erinnerung an die schwere Zeit im Spessart den so genannten Echterspfahl mit drei Ringen errichten, an dem sie stets ihre Pferde festgebunden hatten. Heute befindet sich jenseits der viel befahrenen Landstraße das Forsthaus Echterspfahl, in dem eine Einkehr möglich ist.

Wer nicht einkehren möchte, folgt dem Räuberland-Pfad scharf links schwenkend und mit einem breiten Forstweg talwärts in Richtung Königshöhe. Noch einmal wechselt das Wegezeichen. Wir folgen jetzt der Beschilderung "Roter schräger Balken" des Spessartbundes.

(6) Kurze Zeit später geht es vom breiten Forstweg am Richtungsweiser "Enger Grund" rechts abzweigend mit einem weichen Waldweg zur Königshöhe (7) hinauf. In der dortigen Wanderhütte kann noch einmal gerastet werden, bevor es ständig talwärts zum Schloss Mespelbrunn hinunter geht. Wir folgen der Beschilderung nach links.

(8) Nach ca. 1,8 km erreichen wir Schloss Mespelbrunn.
In einem abgelegenen Seitental des Elsavatales wurde das mittelalterliche Gemäuer im 15. Jahrhundert errichtet. Peter III. Echter von Mespelbrunn ließ die vormalige Burg im Jahre 1551 im heute sichtbaren Renaissancestil zu einem Wasserschloss umbauen.

(9) Vom Wasserschloss führt der Räuberland-Pfad an der Gruftkapelle St. Maria Schnee vorbei, die herrliche Ausblicke auf Mespelbrunn und in das Elsavatal ermöglicht. Dann queren wir noch die St2308 und erreichen wieder den Parkplatz am Wanderheim Mespelbrunn (S/Z).

Wegpunkte

  1. S/Z : km 0 - alt. 248 m - Wanderheim Mespelbrunn
  2. 1 : km 0.64 - alt. 272 m - Gabelung kurz vor Heimbuchenthal
  3. 2 : km 1.42 - alt. 267 m - Friedhof von Heimbuchenthal
  4. 3 : km 2.87 - alt. 424 m - Gabelung hinter Steiniger Berg
  5. 4 : km 5.12 - alt. 475 m - Querweg beim Dreistein
  6. 5 : km 5.51 - alt. 493 m - Echterspfahl
  7. 6 : km 6.3 - alt. 433 m - Enger Grund
  8. 7 : km 7.24 - alt. 473 m - Königshöhe
  9. 8 : km 9.24 - alt. 287 m - Schloss Mespelbrunn
  10. 9 : km 9.79 - alt. 292 m - Gruftkapelle St. Maria Schnee
  11. S/Z : km 10.06 - alt. 247 m - Wanderheim Mespelbrunn

Hinweise

Wir empfehlen Wanderschuhe und ausreichend Verpflegung und Wasservorrat.

Im Räuberland ist die Beschilderung der Rundwege etwas gewöhnungsbedürftig. Ein einheitliches Wegezeichen ist bei der Mehrzahl der Touren nicht vorhanden.
Oftmals sind drei oder vier verschiedene Markierungen zu beachten, um vom Start- zum Zielpunkt zu gelangen.

Da der Räuberland-Pfad fast nur durch lichten Mischwald führt, ist die Route auch an einem heißen Sommertag begehbar und bietet angenehmen Schatten.

Einen Besuch wert

Schloss Mespelbrunn (8)
Gegen eine Gebühr kann Schloss Mespelbrunn, das noch heute von der Adelsfamilie Echter bewohnt wird, besichtigt werden.

Andere Wandertouren in dem Gebiet

Für mehr Wandertouren, benutze unsere Suchmaschine .

Die Beschreibungen und GPX-Daten dieser Tour sind Eigentum des Autors/der Autorin. Bitte nicht ohne Genehmigung kopieren.