Start: Parkplatz an der Klause, König-Johann Straße, 54441 Kastel-Staadt
49°34'01" N 06°34'02" Ο
32U RW 324097 HW 5493327
(S/Z) Bevor wir uns auf den Weg übers felsige Hochplateau von Kastel-Staadt machen, lohnt ein Abstecher zur Klause.
Diese thront 200 Meter über dem Saartal auf einem Felsvorsprung. Vom Parkplatz erkennen wir bereits den Eingang zur Klause.
Die Hochfläche über der Saar war bereits früh besiedelt, die Kelten hinterließen Spuren, ebenso die Römer. Im Mittelalter bestand an der steilen Felsspitze über der Saar ein Ort christlicher Verehrung.
Um 1600 siedelte hier der französische Franziskaner Romery als Klausner. Auf ihn geht der Ausbau der heiligen Grabnische und der Felsenkapelle Heilig Kreuz - St. Helena zurück. Während und nach den Revolutionskriegen war die Eremitage verlassen und verfiel.
Im 19. Jahrhundert erteilte der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. dem Architekten Karl Friedrich Schinkel den Auftrag, die Ruine als Grabkapelle für den von ihm verehrten böhmischen König Johann von Luxemburg auszubauen. Der blinde König war während des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich 1346 in der Schlacht von Crécy gefallen. Im Innern der Kapelle befindet sich der eindrucksvolle schwarze Marmorsarkophag, in welchem bis 1946 die sterblichen Überreste des Königs lagen. Heute ruhen die Gebeine des böhmischen Königs in der Kathedrale von Luxemburg.
Im Schatten der Kirche finden wir den Ehrenfriedhof. Weit mehr als 1000 Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs gefallen sind, haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Vor dem Eingang der Klause machen wir uns entlang der Klausenmauer auf unseren Rundweg.
(1) Über einen leicht abschüssigen Weg gelangen wir zum Waldrand und mitten im Wald zum „Nordtor der Römer", einer bizarren Felsformation mit schmalem Durchlass.
Wir wandern nicht hindurch, sondern biegen rechts ab. Die mächtigen Bundsandsteinfelsen zur Rechten wandern wir talwärts. Bald sehen wir in schwindelerregender Höhe weit über uns das steineme Kreuz der Grabkapelle. Viele mit Spalten und Höhlen durchzogenen Felsen stehen am Wegesrand, wenn wir talwärts über einen schmalen Pfad unterwegs sind. Plötzlich ragt ein mächtiger, 36 Meter hoher Fels direkt vor uns in die Höhe.
(2) Der sogenannte „Runde Turm" zeigt wie ein großer Finger in die Höhe.
Wir steigen weiter ab ins Tal des Pinschbachs.
(3) Im Tal angekommen, überqueren wir den Bach über eine Holzbrücke. Bis zum Altfels müssen wir über sanft ansteigende breite Waldwege und steil nach oben führende Waldpfade einige Höhenmeter überwinden.
(4) Am Altfels angekommen, genießen wir den wunderbaren Blick auf die gegenüber des Pinschbachtals liegenden Felsformationen und die Häuser von Kastel-Staadt.
Den Altfels sollten nur schwindelfreie und geübte Kletterer besteigen. Es gibt keinerlei Absturzsicherungen, der einzige Halt an der Steilwand sind in den Fels gehauene Fußtritte und Drahtseile. Die Aussicht ist atemberaubend: unten das Saartal und dahinter die aufsteigenden Höhen des Hunsrücks.
Hinter dem Altfels müssen wir nochmals kurz bergan, um den höchsten Punkt (360 Meter) unserer Tour zu erreichen. Es folgt ein langer Abstieg durch verschiedene Waldformationen.
(5) Dann überqueren wir ein zweites Mal den Pinschbach.
Bis zu den ersten Häusern von Kastel-Staadt steigt der Weg nun im Wald ständig bergauf.
(6) Oben im Ort angekommen, halten wir uns rechts. In der König-Johann-Straße führt die Wegtrasse zwischen zwei Häusern (Nummer 29 und 31) hindurch zur Mariengrotte außerhalb der bebauten Lage von Kastel-Staadt.
(7) Von der Mariengrotte geht es über steile Treppenstufen ein letztes Mal abwärts.
(8) Wir erreichen die Schutz- und Rasthütte im Fuchsloch, oberhalb einiger Teiche gelegen.
Auf dem letzten Teilstück unserer Tour erwarten uns weitere bizarre Felsformationen, die Namen tragen wie „Franzenknippchen" oder „Felsentor".
(1) Nachdem wir das „Nordtor der Römer" durchschritten haben, steigt der Weg nochmals an, ehe wir an der Klause unsere Wandertour schließlich beenden (S/Z)