Start: Am Bürgerhaus in Ahn, Rue Aly Duhr
GPS: 49° 37’ 37’’ N 6° 25’ 11,5’’ O
32 U RW 313672 HW 5500351
(S/Z) Vom Bürgerhaus in der Rue Aly Duhr in Ahn wechseln wir die Straßenseite, wandern leicht abschüssig zur nächsten Straße (Rue de Niederdonven), die wir überqueren müssen und ihr ein Stück nach rechts folgen.
(1) Über eine Holzbrücke übergueren wir anschließend den Donverbach. Wir halten uns links und sind zwischen Rebstöcken und dem Donverbach unterwegs. Weit überragen die steilen Muschelkalkfelse des Palmberges in den Himmel, am höchsten Punkt ist ein weißes Kreuz gut zu erkennen. Unmittelbar am Bach passieren wir einige Kopfweiden.
In früherer Zeit hatten sie eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, da ihre dünnen Triebe im Weinbau zum Aufbinden der Reben dienten. Über schmale, erdige Pfade gewinnen wir rasch an Höhe. Nachdem wir die Muschelkalkfelsen hinter uns gelassen haben und weiterhin an Höhe gewinnen, begeistern wir uns an den Ausblicken über Ahn und das Moseltal.
(2) Wir biegen links ab und sind am Palmberg unterwegs zwischen Wald und den steil nach unten abfallenden Rebhängen. In der Lage des Vogelsangs wird Riesling angebaut.
Alljährlich zieht es im Frühjahr viele Naturfreunde zum Palmberg, um die Orchideenvielfalt in den Wiesen und den einzigartigen Buchsbaumbestand zu bewunden. Einige der Buchsbäume sind nahezu 300 Jahre alt.
Bevor wir durch den Wald wandern, lohnt sich der Blick nach Ahn, das eingebettet zwischen Donverbach, Mosel und dem Palmberg unter uns liegt. Ahn ist die kleinste Weinbaugemeinde an der Mosel.
Zum größten Wohlstand kam Ahn gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch den Anschluss Luxemburgs an den deutschen Zollverein. Sowohl der Wein als auch die Trauben verkauften sich gut nach Deutschland. Der säurebetonte Luxemburger Wein wurde als Grundwein in der deutschen Sekt- und Champagnerfabrikation benutzt. Damals kauften die deutschen Sekt-Hersteller den Most bereits an der Kelter.
Heute zählt Ahn 8 private Weingüter, hinzu kommen viele Winzer, die ihre Trauben an andere Privat- oder Genossenschaftskellereien liefern.
(3) Wir sind auf schmalem, erdigem Pfad entlang des Hangs unterwegs ab und an lichten sich die Hecken und Baumgruppen und lassen einen Blick auf die Mosel und die gegenüberliegenden Hänge zu. Sanft zieht sich der Weg nach oben.
(4) Dort angekommen, folgen wir der Beschilderung des Weges in einer Spitzkehre nach links. Vom linker Hand liegenden Moseltal ist für einen längeren Wegabschnitt nichts mehr zu sehen. Dafür genießen wir die Blicke ins fruchtbare, landwirtschaftlich genutzte Hinterland zur Rechten.
(5) Zwischen Waldrand und bestellten Feldern wandern wir auf dem Hochplateau.
In einer Rechtskurve entdecken wir ein altes" Steinkreuz mit der Jahreszahl 1809. Das vermeintlich ,,alte" Kreuz ist eine Nachbildung des Originals. Es wurde 1989 als Filmkulisse hier aufgestellt. Das bekannteste Werk des aus dem Nachbarort Ehnen stammenden luxemburgischen Schriftstellers Nikolaus Hein (1889-1969) „Der Verräter" wurde 1989 unter dem Titel "De falschen Hond" in dieser Gegend verfilmt.
(6) Weiter führt der Weg übers Hochplateau, rechter Hand erkennen wir bald die Gemeinde Niederdonven mit den Weinbergen des Donver-Banns. Eine Spezialität des Dorfes ist der „Calvadonven", ein Apfelmost-Schnaps.
(7) Nach kurzer Wiesendurchquerung kommen wir zum weißen Kreuz, das weit oberhalb von Ahn am Palmberg steht.
(8) Von dort führt ein schmaler Pfad bergab durch den in Luxemburg einmaligen Buchsbaumbestand. An einigen Wiesenecken im Hang entdecken wir die ersten Orchideen, vor allem das Purpur-Knabenkraut, das bis zu 80 Zentimeter in die Höhe wächst.
(9) Wir halten uns rechts, steigen weiter abwärts, wandern zwischen Reben und Wiesen und bewundern weitere Exemplare der Orchideenpracht.
Über einen steilen Wiesenabhang durchqueren wir Weideland bis zur ehemaligen Bock-Mühle von Niederdonven.
(10) Wir umwandern das alte Mühlenareal und sind nach wenigen Minuten in einer völlig andersartigen Landschaftsstruktur.
(11) In der eindrucksvollen, engen Schlucht des Donverbachs scheinen wir im Urwald angekommen zu sein. Nach der aufgeräumten Landschaft mit Moselrebhängen am Palmberg sowie weiträumigen Weiden und Feldern auf der anderen Seite des Palmberges befinden wir uns plötzlich im tief in den Muschelkalkfelsen gegrabenen Bachbett des Donverbachs.
Nur wenig Licht dringt durch die feuchte Luft, viermal müssen wir den Bach über im Bach liegende Steine überqueren, mal bergauf mal bergab führt der Weg über dicke Steinbrocken und Felsen. Vorbei an Geröllhalden und zahlreichen Wasserfällen erinnert das Szenario an einen reissenden Gebirgsbach. Die steilen Uferhänge scheinen keinen Ausweg zuzulassen. Die enge Wegführung bringt uns in unzähligen Windungen und Kehren durch die Schlucht. Kurz vor Ahn öffnet sie sich wieder.
(12) Mit wenigen Schritten haben wir die Rebhänge des Palmbergs erreicht. Wir gelangen auf die "Rue de Niederdonven", biegen rechts ab und halten uns dann links auf einen Pfad. Bald queren zweimal einen breiteren Weg.
(13) Über einen Feldwirtschaftsweg sind wir bald am Ausgangspunkt unserer Wanderung angekommen (S/Z).