Start: Rottbitze
(S) Von Rottbitze kehren wir zurück zum Kölner Weg an der Pumpstation bei Windhagen-Rederscheid, biegen nach rechts ab und setzen unsere Wanderung, dem K folgend, fort. Schnell erreichen wir die Rederscheider Straße. Wanderer, die mit einem Pkw anreisen, können hier die Etappe beginnen. Wir überqueren die Rederscheider Straße und spazieren an einem Waldrand rechter Hand entlang. An der zweiten Gabelung wendet sich das K nach links. Etwas später müssen wir einen kleinen Bach überwinden. Anschließend schwingt sich der von Bäumen umsäumte Weg ein wenig bergan und strebt in einem weiten Rechtsbogen auf Schweifeld zu.
(1) Dort treffen wir auf die K24, die Schweifelder Straße, wenden uns nach rechts und wandern rund 200 Meter bis zum nahen Wald.
(2) Unmittelbar vor dem Wald verlassen wir die K24, gehen 10 Meter nach rechts in einen Feldweg hinein, biegen aber sofort nach links in den Wald ab. Der Weg windet sich als Pfad durch Mischwald und stößt wieder auf die K24. Wir wandern auf der K24 weiter, queren die L253 und setzen unseren Marsch auf einem Waldweg in Richtung Kreuzeiche fort, an der wir auf die Walther-Lauffs-Hütte treffen.
(3) Noch vor der Kreuzeiche wenden wir uns nach rechts in den Stellweg. Schnurgerade durchzieht der Stellweg den Wald.
(4) Der Kölner Weg jedoch zweigt nach etwa 800 Metern an einem steinernen Wegweiser nach links vom Stellweg ab. (Die Wanderung lässt sich um 2,4 Kilometer verkürzen, wenn man geradeaus auf dem Stellweg, der später wieder auf den Kölner Weg trifft, weitergeht.) Wir jedoch folgen dem Kölner Weg. Nach einer Rechtskurve senkt sich der Weg in das Mucher Wiesental, in das wir aber nicht hineinwandern.
(5) Wir biegen an der Mäckihütte in einer Spitzkehre nach rechts ab. Nun geht es auf einem Asphaltweg steil bergan. In einer langen Linkskurve steigt der Weg in einer Mulde zwischen dem Mittelberg (352 Meter) links und dem Broderkonsberg (378 Meter) rechts auf eine kleine Hochfläche zu. Bald wölbt sich vor uns als ein bewaldeter Buckel der Himmerich auf, ein 366 Meter hoher Latitberg.
(6) Wir nähern uns dem Berg und erreichen einen Querweg. Das K jedoch biegt nach rechts ab.
Es empfiehlt sich allerdings, hier nach links abzubiegen und einen Abstecher von insgesamt 600 Metern zum Himmerich zu machen. Ein Asphaltsträßchen führt ansteigend durch ein Waldstück bis zu einem Plateau unterhalb einer Steilwand. Rund 35 Meter über dem Plateau erhebt sich der Gipfel des Himmerich. Von dieser Stelle aus hat man einen wunderbaren Fernblick auf das Rheintal und das Radom bei Berkum. Schauen wir nach rechts, kommen die Löwenburg und der Drachenfels ins Blickfeld.
Die Steilwand des Himmerich zeugt vom früheren Steinbruch und vom intensiven Abbau von Latit, einem vulkanischen Ergussgestein, das nach der mittelitalienischen Region Latium benannt wurde. Es kommt außerdem noch auf der Insel Stromboli und im französischen Zentralmassiv vor. Der Stein wurde als Baumaterial genutzt, so auch beim Bau des Klosters Heisterbach im Siebengebirge.
Wir kehren zurück zur Abzweigung, folgen nun dem K geradeaus und erreichen die Floriansteiche, ursprünglich Feuerlöschteiche.
(7) Heute dienen die Teiche dem Artenschutz für seltene Pflanzen und Tiere.
(8) Wenig später queren wir die Kreuzung Drei Eichen und marschieren wieder bergan.
(9) An einem steinernen Wegweiser, biegen wir nach links Richtung Löwenburg ein und befinden uns erneut auf dem Stellweg. Wir haben den riesigen Waldbereich des südlichen Siebengebirges erreicht.
Fast unmerklich geht der Westerwald in das Siebengebirge über. Der Sage nach soll es entstanden sein, als einstmals sieben Riesen dem Rhein einen Durchlass gruben und nach getaner Arbeit ihre Spaten abklopften. Was damals von den riesenhaften Spaten herabfiel, sollen die heutigen sieben Berge sein. Erdgeschichtlich hat es sich anders abgespielt. Vor etwa 28 Millionen Jahren wurden hier aus einem oder mehreren Vulkanschloten riesige Aschemengen und lockere Gesteinsmassen ausgeworfen, die sich im Laufe der Zeit zu einem nicht sehr harten Gestein, dem Tuff, verfestigten. In diesen Tuffberg drangen von unten her zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Gesteinsschmelzen ein, so Trachite, Latite und Alkalibasalte. Sie kühlten ab und verfestigten sich ebenfalls.
Wasser und Wind nagten über Jahrmillionen an dem Gebirge und legten die härteren Gesteine, die Härtlinge, frei. Aus der älteren Tuffdecke schälten sich allmählich die heutigen kegel- und kuppenförmigen Berge heraus. Und was die Natur nicht schaffte, vollendete der Mensch, der innerhalb von 2000 Jahren durch zahlreiche Steinbrüche das Erscheinungsbild des Siebengebirges nachhaltig veränderte. Die Geschichte dieses Gebirges ist daher zugleich auch die Geschichte der Steinhauerei. - Vor 450.000 Jahren schließlich begann sich der Rhein in das sich langsam hebende Rheinische Schiefergebirge zwischen Bingen und Bonn einzuschneiden und die heutige faszinierende Mittelrheinlandschaft zu formen.
Woher aber die Bezeichnung Siebengebirge kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Am ehesten lässt sich der Name auf das alte deutsche Wort „Siefen" zurückführen, womit ein feuchtes Tal gemeint ist.
(10) Im weiteren Verlauf des Weges stoßen wir auf die L144, die wir an der Haltestelle Kohlstraße zum Parkplatz Reisberg überqueren. Anschließend wellt sich der Kölner Weg in sanftem Auf und Ab bis zur Frühmesseiche.
(11) Hier stoßen wir auf die Wehrhütte. Der Kölner Weg wendet sich hier nach halblinks und schlängelt sich in einem Buchenwald langsam höher und höher. Rechts steigt der Hang empor und links senkt sich ein bewaldeter Abhang tief ins Tal. Nach einiger Zeit erreichen wir nach einer Rechtskurve eine Stelle mit einem Ausblick auf die zurückgelegte Wanderstrecke.
(12) Von hier aus haben wir es nicht mehr weit bis zum Löwenburger Hof, einem beliebten Restaurant unterhalb der Löwenburg.
Vom Löwenburger Hof lohnt es sich, einen Abstecher von insgesamt etwa 1,4 Kilometern zur Löwenburg zu machen, indem wir uns nach links wenden und in Richtung Löwenburg marschieren. Auf einem schmalen Pfad steigt man zum Gipfel auf. Tief unter uns schimmert das Silberband des Rheins, die Kette der Berge reiht sich aneinander bis zum Drachenfels.
Der Name dieses zweithöchsten Berges im Siebengebirge hat nichts mit einem Löwen zu tun, sondern dürfte sich von dem Wort „Lewen" ableiten lassen, was „Erhebung" oder „Erhöhung" bedeutet. Den Gipfel des Berges krönen die Ruinen der Löwenburg. Die Burg wurde um 1200 von den Grafen von Sayn errichtet. Sie diente als Grenzfestung gegen das Erzstift Köln und dessen Burgen Drachenfels und Wolkenburg. 1484 ging die Löwenburg in den Besitz des Herzogtums Berg über. Im 17. Jahrhundert begann der Verfall der Burg. Von 1980 bis 1985 wurden die noch vorhandenen Grundmauern der Burganlage freigelegt und gesichert. Mehrere Tafeln zeigen das ursprüngliche Aussehen der Burg an.
Am Löwenburger Hof beginnt das letzte Teilstück des Kölner Weges, das uns ungewöhnlich schöne Eindrücke bescheren wird. Wir folgen dem K und der Weg verläuft nun unterhalb des Lohrberges als ein Höhenweg im Hang. Links begleitet uns erneut ein tiefer Abhang. Dann kommen wir an einer Gedenktafel vorbei, die an Franz Schultz (1831-1926) erinnert. Er bewahrte die Ruine Löwenburg vor der völligen Zerstörung.
(13) Unser Weg steuert schließlich auf eine Gabelung zu, an der wir nach links abbiegen.
(14) Später passieren wir links das im Wald gelegene Restaurant Milchhäuschen. Unsere Wanderung strebt nun dem letzten, absoluten Höhepunkt entgegen. Wenige Schritte hinter dem Milchhäuschen schwenken wir nach links ab, um sofort darauf nach rechts abzubiegen. Nun geht es in einer Baumallee Richtung Wolkenburg, die wir aber nicht besteigen.
Eine Burg krönte diesen Berg tatsächlich, aber kein Gemäuer, kein Stein erinnert mehr an die im Jahr 1118 vom Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenberg errichtete Burg. Es soll sich um eine der stärksten Burgen des ganzen Rheinlandes gehandelt und so hoch auf dem Berg in den Wolken gelegen haben, dass einzig der Name „Wolkenburg" angemessen erschien. Heute lässt sich selbst anhand archäologischer Ausgrabungen der Grundriss dieser Burg nicht mehr ermitteln. Im 16. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends. Bis etwa 1900 diente der Berg als Steinbruch, Gewonnen wurde Andesit. Das führte dazu, dass die Gipfelhöhe um vermutlich 30 Meter vermindert wurde. Wer nach Bonn zum Rathaus oder zum Schloss Brühl kommt, kann die dortigen Figurensteine, die herrlichen Wappen und Schmuckornamente bewundern, die von Künstlerhand aus dem Wolkenberg-Andesit geformt wurden. Aus diesem Stein lassen sich mit einem feinen Meißel selbst die winzigsten Einzelheiten herausarbeiten.
Auf einem uralten, steinigen Weg streben wir nun dem Drachenfels zu und gelangen zu einem kleinen Plateau. Hier befand sich ein römischer Steinbruch.
(15) Kurz darauf erreichen wir einen querenden Asphaltweg. Der Kölner Weg zweigt nach rechts ab.
Wir gehen nach links, um einen Abstecher zum Drachenfels von 800 Metern zu machen und überqueren über eine Brücke das letzte Teilstück der Drachenfelsbahn. Links schwingt sich die Steilstrecke der Drachenfelsbahn gewissermaßen in den Himmel, um kurz darauf an der Gipfelstation zu enden. Wenige Schritte hinter der Brücke wenden wir uns nach links und erreichen die Gipfelstation.
Seit 1883 zuckelt Deutschlands älteste Zahnradbahn auf den Drachenfels. Auf der nur 1520 Meter langen Strecke aus der Altstadt von Königswinter überwindet sie 220 Höhenmeter und beförderte bis heute mehr als 35 Millionen Menschen auf den Gipfel. Bis 1958 verkehrten Dampflokomotiven, aber ab Juni 1953 wurde der Betrieb nach und nach auf elektrischen Antrieb umgestellt.
Wenn wir an der Gipfelstation vorbeigehen, kommen wir zur Aussichtsterrasse des Restaurants Auf dem Drachenfels. Von hier aus haben wir einen zauberhaften Ausblick nach Süden. Die gesamte Wegstrecke der heutigen Wanderungen lässt sich nachverfolgen. In der Ferne reihen sich die Löwenburg, der Broderkonsberg, der Himmerich, davor der Mittelberg und etwas weiter rechts der Asberg aneinander.
Schauen wir nach rechts, sehen wir die beiden Rheininseln Nonnenwerth und Grafenwerth. Zur anderen Seite öffnet sich der Blick auf Bonn und die Kölner Bucht. Am Horizont sind die beiden Türme des Kölner Doms zu erkennen.
Die Drachenfelsburg entstand ebenfalls als kurkölnische Grenzfeste gegen die Grafen von Sayn. Der Bau wurde 1138 begonnen. Beendet war der Bau der Burganlage 1167. Die heutige Ruine stellt nur noch den kläglichen Rest dessen dar, was früher als ausgedehnte Wehranlagen den Gipfel des Drachenfels beherrschte. Zerstört wurde die Burg im Jahr 1634.
Das Wort Drachenfels beinhaltete in der Sprache von vor mehr als 700 Jahren nichts anderes als „steil abfallender Fels" und steil sind die Abhänge tatsächlich. Vom Rhein aus ist die Wunde am Drachenfels zu sehen, die der Bau des Kölner Doms dem Berg zufügte. Am 15. August 1248 legte der Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein zu dem gotischen Dom. Steine hatten die Kölner für einen solch gewaltigen Bau nicht, aber rheinaufwärts lag der Drachenfels, und so wurde der Trachyt des Drachenfels auf Schiffen nach Köln gebracht und zum Bau des Doms verwendet. Glücklicherweise stagnierte der Bau des Kölner Doms rund 300 Jahre. Er wurde erst ab 1842 von den Preußen fortgesetzt. Der Abbau des Trachyts am Drachenfels wurde jedoch schon 1836 von den Preußen beendet, als Preußen Teile des Berges kaufte. Inzwischen liegt der Steinbruch Domkaule in einem Naturschutzgebiet und so bleibt uns der Drachenfels in seiner heutigen Form erhalten.
Wir gehen zur Abzweigung zurück, um nach Königswinter zu wandern.
(16) Dann kommen wir am Denkmal für Heinrich von Dechen (1800-1889) vorbei. Es geht nun stetig bergab.
(17) Dann biegen wir an einem steinernen Wegweiser nach links ein und gelangen in einen ausgeprägten Hohlweg.
(18) An einem weiteren steinernen Wegweiser zweigt das K nach rechts ab und wenig später erreichen wir das berühmte Nachtigallental. Wieder wandern wir in einem Hohlweg und in einem Buchenwald bergab.
(19) Bald darauf passieren wir das Ostermann-Denkmal, das an den Kölner Komponisten (1876-1936) erinnert.
(20) Wenig später erreichen wir Königswinter, wandern auf der Bahnhofstraße weiter, überqueren einen Bahnübergang, und biegen sofort danach nach rechts zum Bahnhof Königswinter ab.
(Z) Hier endet der Kölner Weg (19,0 Kilometer).
Von hier aus können wir nun noch Streifzüge durch Königswinter unternehmen. Die im Jahr 1015 erstmals urkundlich erwähnte Stadt liegt am Fuß des Petersbergs. Sehenswert sind die Kirche St. Remigius, ein spätbarocker Hallenbau von 1779/81, sowie das Siebengebirgsmuseum.