Start: Wanderparkplatz Rabüscheck 3, 66706 Perl-Oberperl
GPS: 49° 29’ 976’’ N 6° 24’ 997’’ O
32 U RW 311823 HW 5484562
(S/Z) Vom Parkplatz am Rabüscheck, auf den Höhen vor Perl, wandern wir hinter den ehemaligen Zollhäusern in den Wald. Nach nur wenigen Metern öffnet sich der Wald für eine kurze Strecke und gibt den Blick aufs Moseltal frei. Danach sind wir bis zu den ersten Häusern von Oberperl im Wald oder am Waldrand unterwegs.
(1) Der Waldweg endet an einer Teerstraße, der wir bergab folgen. Allerdings nur ein kurzes Stück, dann verlassen wir die Teerstraße im rechten Winkel nach links. Der schmale Waldpfad endet nach wenigen Minuten ebenfalls an einer Teerstraße, der wir rechts bergab folgen.
(2) Kurz vor dem gelben Ortsschild Oberperl biegen wir links ab, wandern an alten Obstbäumen vorbei und direkt auf den Wald zu. Bis zur Schutzhütte mit einem Traumblick ins Moseltal und weit ins lothringische Becken bis Thionville sind wir nun ausnahmslos im Wald auf den Höhen vor Perl unterwegs.
Linker Hand Sierck-les-Bains. Die ehemalige Burg aus dem 11. Jahrhundert hatte der Festungsbaumeister Ludwig des XIV, Sébastian Le Pestre Seigneur de Vauban, zur Festung umgebaut. Vauban war es auch, der die Stadt Saarlouis zur Sicherung der Ostgrenze zu einer Festungsstadt im Bereich der mittleren Saar ausbaute.
Auf der andern Moselseite, unterhalb des Strombergs, erkennen wir am Moselufer Contz-les-Bains. Oben auf dem Berg verläuft die Grenze zwischen Frankreich und Luxemburg. Auf der anderen Seite des Strombergs, ebenfalls direkt am Moselufer, Schengen. Die Gemeinde in Luxemburg, die europäische Geschichte geschrieben hat. Weiter rechts kleine Dörfer an der luxemburgischen Weinstraße.
An den Moselhängen wachsen in Frankreich, Luxemburg und Deutschland Rebstöcke. Es sind nur wenige Kilometer am rechten Moselufer, auf denen im Saarland Wein angebaut wird und nur Perl kann sich mit dem Attribut „Weinbaugemeinde“ schmücken. Auf den Muschelkalkböden gedeihen vor allem Weißburgunder, Grauburgunder, Auxerrois und Spätburgunder sowie Elbling. Während des alljährlich stattfindenden Weinsommers, der im April beginnt und bis Oktober andauert, kann man an Wochenenden bei den Winzern in Weinkellern und Probierstuben saarländische Weine von der Obermosel probieren.
(2) Von der Schutzhütte steigen wir nach unten. Sobald die ersten Häuser von Apach in Lothringen unten im Tal auf der linken Seite sichtbar werden, erkennt der aufmerksame Wanderer bald den ersten Grenzstein am rechten Wegesrand. Wir befinden uns unmittelbar an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich.
(4) Oberhalb der Weinlage Perler Hasenberg steht ein alter, wuchtiger Grenzstein. Auch dieser Standort bietet bewundernswerte Aussichten übers Moseltal nach Frankreich und Luxemburg.
Anschließend wandern wir ins „Paradies“ für seltene Pflanzen und Tiere. Der Nordhang und ein Teil des Höhenrückens des Hammelsbergs sind mit Wald bedeckt.
Auf den sonnenverwöhnten Kalksteinböden im Südhang gedeihen im über 30 ha großen Naturpark siebzehn wild wachsende Orchideenarten. Im Frühling übersäen Küchenschellen die Wiesen. In den Sommermonaten duftet es in den Wiesen nach wilden Kräutern und Sommerblumen. Dazwischen gaukeln scheinbar unzählige Schmetterlinge.
Von den rund 110 im Saarland vorkommenden Tagesschmetterlingen leben im grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet am Hammelsberg fast 70 Arten. Vom farbenprächtigen Schwalbenschwanz und vielen Bläulingen bis hin zum weltweit bedrohten Skabiosen-Schneckenfalter. Im Hochsommer bevölkern zwanzig unterschiedliche Heuschreckenarten die bunten Wiesen. Der wohlklingende Gesang des seltenen Weinhähnchens, einer unscheinbaren Grillenart, ist 50 bis 100 Meter weit zu hören. Wenn man Glück hat kann man an warmen und trockenen Frühlingstagen sogar die Gottesanbeterin beobachten.
Wir wandern auf schmalem Pfad durch die Wiesen. Linker Hand erkennen wir bald die steilen Wände des ehemaligen Steinbruchs. Wir werden später oberhalb der Abbruchkante des Steinbruchs weiterwandern. Dieser Streckenabschnitt des Panoramaweges auf lothringischer Seite erinnert an Wanderungen in der Toskana und in der Provence. Mal sanft nach oben, dann eine leichte Links- oder Rechtskehre, dann wieder ebenerdig, schlängelt sich der Weg durchs Naturschutzgebiet.
(5) Bevor der schmale Pfad ins lothringische Belmach führt biegen wir scharf nach links ab und müssen steigen. Über in den Hang gehauene Treppenstufen geht es fast senkrecht nach oben. Wer es ruhiger angehen möchte bewegt sich über die Serpentinen bergauf. Dort erwarten uns mehrere Bänke zum Ausruhen. Der Blick ins Moseltal ist fantastisch. Auf dem Höhenrücken wandern wir weiterhin durch Wiesen.
(6) Dann biegt der Weg nach rechts ab und führt im nahen Wald weiter.
(7) Der schmale Waldpfad mündet in einen breiten Forstweg, dem wir nach oben folgen. Bis zum Sendemast sind wir auf einem Teil des Waldlehrpfads unterwegs.
(8) Am Sendemast angekommen, stoßen wir auf eine schmale Teerstraße, der wir nach unten folgen.
HINWEIS: Wer für kurze Zeit den Panoramaweg verlassen möchte folgt an dieser Stelle nicht dem ausgeschilderten Wanderweg und folgt der Teerstraße nach rechts. Nur wenige Minuten entfernt steht zwischen dem saarländischen Oberperl und dem lothringischen Merschweiler die Friedenskapelle. Sie ist Mahnmal für den Frieden zwischen den europäischen Ländern und von Menschen aus Lothringen und dem Saarland ohne Baugenehmigung erbaut, auf einem Landstreifen, der weder zu Deutschland noch zu Frankreich gehört.
Zurück zum Panoramaweg.
Bald verlassen wir die Teerstraße nach rechts, queren bald eine weitere Teerstraße und bewegen uns längere Zeit im dichten Wald. Bis zum Überqueren der B407 sind wir meist im Licht durchfluteten Buchenwald unterwegs.
(9) Auch nach der Straßenüberquerung bleibt uns der Buchenwald bis zu den Weinbergen rund um Sehndorf erhalten. Wir folgen dem Weg zunächst geradeaus, biegen dann rechts auf einen Pfad ab, erreichen einen Querweg, dem wir nach links folgen.
(10) An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab und dann die nächste links.
(11) Die Weinberge durchqueren wir im Zick-Zack-Kurs auf teilweise breiten Wiesenwegen.
(12) Im Winzerdorf Sehndorf passieren wir einige Weingüter, die Marienkapelle, den Platz der Nationen sowie das uralte Waschhaus des Dorfes. Anschließend verlassen wir Sehndorf bergan über einen breiten Feldwirtschaftsweg. Oben angekommen bieten sich außerordentliche Weitblicke ins Moseltal und nach Luxemburg.
(13) Wir erreichen eine asphaltierte Straße, der wir nach rechts folgen und wieder zurück zum Ausgangspunkt gelangen (S/Z).