Entdecken Sie zu Beginn der Route La Seine Musicale.
La Seine Musicale: ein bedeutender Kultur- und Kunstort auf der Île Seguin
La Seine Musicale liegt an der stromabwärts gelegenen Spitze der Île Seguin in Boulogne-Billancourt und ist ein Kulturzentrum von internationaler Bedeutung, das 2017 eingeweiht wurde. Diese innovative Struktur wurde von den Architekten Shigeru Ban und Jean de Gastines entworfen und ist sowohl architektonisch als auch ökologisch und künstlerisch konzipiert. Neben ihrer musikalischen und szenischen Bestimmung ist La Seine Musicale auch ein künstlerischer Parcours unter freiem Himmel, der von monumentalen Skulpturen gesäumt ist.
Die Kunst nimmt in La Seine Musicale einen zentralen Platz ein. Mehrere bedeutende Skulpturen säumen die Umgebung des Gebäudes und bereichern das kulturelle Erlebnis der Besucher. Zu den dauerhaft ausgestellten Werken gehören:
Le Pouce – César Baldaccini
Dieser berühmte vergrößerte Daumen ist eines der symbolträchtigsten Werke von César und steht sowohl für den Menschen als auch für die Kraft des kreativen Schaffens.
La Défense – Auguste Rodin
Bronzeskulptur, die eine allegorische Figur darstellt. Weniger bekannt als Le Penseur, drückt sie dennoch eine große dramatische und historische Kraft aus.
Agali – Jean-Bernard Métais
Dieses kubische Werk aus Stahl lädt zu einer sinnlichen Erfahrung ein: Man kann es betreten, Geräusche hören und das Spiel des Lichts beobachten. Métais beschäftigt sich häufig mit der Beziehung zwischen Zeit, Raum und Wahrnehmung.
Ether – Kohei Nawa
Diese 25 Meter hohe Säule verkörpert den umgekehrten und schwebenden Fall einer Reihe von Wassertropfen und thematisiert damit die Gleichheit aller Wesen und Dinge angesichts des Prinzips der Schwerkraft.
Diese Skulpturen stehen im Dialog mit der Architektur des Ortes, der umgebenden Natur und dem Wasser der Seine und schaffen eine einzigartige Atmosphäre, in der Musik, Kunst und Umwelt aufeinander treffen.
Der Turm der Figuren: Ein Labyrinth aus Formen und Farben von Dubuffet
Der Turm der Figuren ist Teil des Zyklus „Hourloupe“, einer von Jean Dubuffet erfundenen Fantasiewelt, die ihren Ursprung in Kugelstiftzeichnungen hat, die 1962 auf ein Blatt Papier gekritzelt wurden. Aus diesen Schraffuren und roten, blauen, weißen und schwarzen Flächen, die ausgeschnitten und auf einen schwarzen Hintergrund geklebt wurden, entstehen Werke.
Der 24 Meter hohe Turm der Figuren wurde nach einem 1967 vom Künstler entworfenen Modell gebaut. Sein Stahlbetonskelett ist mit einer Hülle aus 90 geformten Epoxidharzplatten verkleidet. Auf seiner vielfarbigen „Haut” verschmelzen Linien miteinander und lassen Körper und Gesichter entstehen, „menschliche oder nicht-menschliche” Figuren. Auf der Südseite erscheint das Bild einer Frau in voller Größe, während sich auf der Nordseite zwei Köpfe überlagern. An anderer Stelle bilden die Formen weitere Figuren, unbestimmt und flüchtig, die sich je nach Blickwinkel bilden und wieder auflösen und so den illusorischen Charakter der Welt betonen, die wir für real halten.
Die innere Struktur kann besichtigt werden. Es handelt sich um einen langen Aufstieg, der sich an einigen Stellen in mehr oder weniger flachen kleinen Esplanaden entfaltet. Dieses zweite Werk, das der Künstler Gastrovolve genannt hat, erinnert an die Rotation, die viszerale Intimität eines Organismus. Es ist ein erstaunliches inneres Labyrinth, das die Besucher erleben können: Seine Wände, die mit schwarzen Linien auf weißem Hintergrund bemalt sind, lassen sich nur fragmentarisch entdecken. Der Besucher geht auf dem bemalten Boden, steigt einige Stufen hinauf oder hinunter, ohne jemals das Ganze zu sehen. Für den Künstler fördert Gastrovolve die Träumerei des einsamen Spaziergängers und ermöglicht es den Besuchern, in die Bilder einzutreten.
In diesem Gebäude erinnert der 117 Meter lange Aufstieg an eine Bergwanderung, unterbrochen von Podesten und Rampen, die sich gewunden zu einem hohen Saal an der Spitze hinaufschlängeln.
Das Musée Français de la Carte à Jouer: Eine Reise in die Welt der Karten und der Fantasie
Das in Issy-les-Moulineaux gelegene Museum ist ein in Frankreich einzigartiger Ort, der der faszinierenden Welt der Spielkarten gewidmet ist. Es wurde 1997 eröffnet und zeichnet die Geschichte, die Kunst und die Herstellung von Karten vom15. Jahrhundert bis heute nach. Mit seiner reichhaltigen Sammlung von mehr als 11.000 Kartenspielen, Stichen, Matrizen und Objekten aus dem Bereich der grafischen Künste ist es ein weltweit anerkanntes Referenzzentrum. Das Museum untersucht auch die symbolischen, spielerischen, politischen und künstlerischen Aspekte dieser Alltagsgegenstände. Es befindet sich in einem modernen Gebäude, das in das ehemalige Herrenhaus der Familie Arnauld integriert ist, und bietet einen immersiven und interaktiven Rundgang. Man entdeckt dort auch die Geschichte der Stadt Issy, ihre Verbindung zur Luftfahrt und zu modernen Künstlern. Das Museum veranstaltet regelmäßig Wechselausstellungen, Workshops und kulturelle Events. Es richtet sich an alle Besucher, von Liebhabern der grafischen Kunst bis hin zu Neugierigen. Als Musée de France klassifiziert, ist es ein wahres kulturelles Juwel vor den Toren von Paris.