Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser

Auf den Spuren der Hugenotten- und Waldenser durch das Heckengäu, das bedeutet Wandern mit spannender Geschichte in weiten, vielfältigen Landschaften.
 

Details

Nr.29294703
Erstelldatum:
Bearbeitungsdatum:
Letzte Bewertung:
  • Zu Fuß
    Aktivität: Zu Fuß
  • ↔
    Distanz: 16,19 km
  • ◔
    Durchschnittliche Dauer: 5:40 Std. 
  • ▲
    Schwierigkeitsgrad: Mittel

  • ⚐
    Zurück zum Start: Nein
  • ↗
    Aufstieg: + 357 m
  • ↘
    Abstieg: - 333 m

  • ▲
    Höchster Punkt: 569 m
  • ▼
    Niedrigster Punkt: 329 m

Beschreibung der Wandertour

Start: Calw - Freibad

Parkmöglichkeiten:
Wanderparkplatz Freibad Stammheim
Jahnstraße 10
75365 Calw- Stammheim

(S) Wir starten unsere Wanderung am Freibad in Calw-Stammheim und gehen auf der Talstraße in Richtung Campingplatz Obere Mühle.

(1) Dort halten wir uns links und 100 m weiter, vor der Gaststätte Schlupfwinkel (geschlossen), rechts. Die Asphaltstraße führt uns leicht bergab und dann tauchen wir, der gelben Raute folgend, nach rechts in schattiges Gehölz ein.

(2) Dicht stehen die Bäume des Mischwalds zusammen und unser schmaler Pfad schlängelt sich durch das wilde Geäst hindurch.

(3) Bald eröffnet sich uns linker Hand des Weges ein wahrer Blickfang: Über das gemütliche Plätschern des Schlittenbachs hinweg können wir das größte hölzerne Mühlrad Europas bestaunen. Es ist ein faszinierender Anblick, der uns in seinen Bann zieht und kurze Zeit verweilen lässt.

(4) Dann aber ziehen wir weiter und müssen schon bald über die sogenannte Himmelsleiter steil bergauf steigen. Die Anstrengung dauert jedoch nur rund 100 m und wir treffen danach auf einen Forstweg, der uns aus dem Wald heraus und an einigen Schrebergärten vorbei an den Rand eines Industriegebiets führt.

(5) Hier halten wir uns links und schauen über saftig grüne Felder hinweg auf die sanft geschwungenen Schwarzwaldhügel. Wir wenden uns dann nach rechts und werden nun gemütlich bergab nach Calw geleitet.

In Calw gründete der Waldensernachkomme Johann Immanuel Perrot aus Neuhengstett 1860 eine Turmuhrenfabrik, in der viele Bewohner des nahen Waldenserortes Neuhengstett Arbeit fanden. Der Dichter Hermann Hesse leistete in dieser bis heute bestehenden Fabrik in Jugendjahren ein Praktikum ab.

(6) Über die Nikolausbrücke queren wir die Nagold und schreiten an der lebensgroßen Bronze-Statue von Hermann Hesse vorbei zum Marktplatz.

(7) Rustikale Fachwerkhäuser umsäumen die malerische Innenstadt, in der sich gemütliche Cafés und Restaurants aneinanderreihen. Zeit für eine kurze Pause!

Danach gehen wir auf der Lederstraße an einigen kleinen Geschäften vorbei und schließlich nach rechts in Richtung Brauhaus, um erneut die Nagold zu überqueren.

(8) Wir wandern unter den Bahnschienen hindurch und folgen der Straße aus Calw heraus.

(9) Nun geht es auf dem Welzbergweg bergauf und in den Wald hinein, und wir gelangen so zum Aussichtspunkt Welzberghütte.

(10) Von der kleinen Holzhütte aus offenbart sich uns ein großartiger Blick auf den im Tal liegenden Klosterort Hirsau.

Schließlich verlassen wir den breiten Weg nach rechts und steigen über einen Pfad weiter bergauf.

(11) Wir passieren den sogenannten Wackelstein, der seinen Ursprung in keltischer Zeit haben soll und früher von Mädchen und Jungen zum Wackeln gebracht wurde. Anschließend wandern wir auf einem von Gräsern und Blumen gesäumten Pfad weiter und verlassen alsbald den Wald wieder. Die Asphaltstraße verläuft nun flach und zwischen Wiesen und Feldern hindurch an den Rand von Heumaden zum Welschen Häusle.

(12) Die Steinhütte gab den Waldensern aus Neuhengstett auf ihrem Weg zur Arbeit nach Calw Schutz vor der Witterung. Von hier bietet sich uns ein wunderbarer Blick ins Heckengäu und auf die südlichen Höhen des Schwarzwalds.

Am Welschen Häusle halten wir uns links, und gehen nach Überqueren des Tälesbachs schräg nach links in den Wald hinein.

(13) Wir folgen dem Forstweg geradeaus und erreichen nach circa zwei Kilometern den Waldenserort Neuhengstett.

Im Jahre 1700 gründeten die ersten 28 Siedlerfamilien den Ort und benannten ihre neue Heimat zunächst nach ihrem Herkunftsort Bourset. Ab 1716 wurde die Siedlung dann offiziell Neuhengstett genannt. Bis heute ist der Koloniecharakter mit den langgestreckten Straßen und den regelmäßigen Gebäudestellungen im Ort spürbar. Seine Geschichte präsentiert Neuhengstett mit dem 1769 errichteten Waldensertempel aus Stein und dem alten Waldenserfriedhof. Zur Erinnerung an die 300-Jahr-Feier wurde zudem an der Ortsverwaltung ein Gedenkstein angebracht. Das Heimatmuseum Bourset ist in einem liebevoll restaurierten ursprünglich erhaltenen Waldenserhaus untergebracht. Detailgetreu eingerichtete Räume und weitere Ausstellungen über Geschichte, Handwerk und waldensische Traditionen informieren anschaulich und geben einen interessanten Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse der waldensischen Dorfbewohner. Zusätzlich bietet das Museum seinen Besuchern eine Multimediashow mit dem Titel „Die Geschichte der Waldenser“.

(14) Wir folgen der Ottenbronner Straße und verlassen Neuhengstett nach rechts.

(15) Ca. 700 m weiter gelangen wir zum Waldenserstein, der 1881 zur Erinnerung an jene damals eingewanderten Waldenserfamilien aufgestellt wurde. Von hier haben wir eine wunderbare Aussicht auf Neuhengstett.

Nun gehen wir rund 400 m parallel zu der Fahrstraße nach links, queren diese und folgen ihrem Verlauf nach rechts.

(16) Die am Waldenserstein abzweigende L179 kreuzen wir und wandern auf dem Schotterweg am Hang entlang in Richtung Simmozheim. Rechter Hand genießen wir eine herrliche Weitsicht und gelangen so bald darauf nach Simmozheim. (Z)

In Simmozheim kamen 1699 unter der Führung von Waldenseranführer und Pfarrer Henri Arnaud 27 Waldenserfamilien an. Sie stammten aus dem Chisone- und dem Pragelatal in den piemontesischen Alpen, 1700 folgten weitere Familien aus Villaret. 1702 mussten die Familien in Simmozheim auf Anordnung des Herzogs Flüchtlinge aufnehmen, bis geeignete Unterkünfte fertiggestellt waren. Ende 1700 wurde die „Kolonie von Simmozheim“ auf brachliegendem Ödland in den Gemarkungen Simmozheim (30 %) und Hengstett (15 %) und Kirchenratswald (55 %) neu angelegt. Waldensische Familiennamen sind in Simmozheim auch heute noch weit verbreitet.

Auf einem Rundgang können wir nun die historische Ortsmitte mit Backhaus und Dreifaltigkeitskirche erkunden und bekommen über Schautafeln wissenswerte Informationen zur Geschichte des Ortes.

Wegpunkte

  1. S : km 0 - alt. 456 m - Calw-Stammheim Freibad
  2. 1 : km 0.31 - alt. 445 m - Campingplatz Obere Mühle
  3. 2 : km 0.84 - alt. 433 m - Wald, rechts
  4. 3 : km 1.15 - alt. 413 m - Mühlrad
  5. 4 : km 1.41 - alt. 411 m - Himmelsleiter
  6. 5 : km 1.7 - alt. 445 m - Rand eines Industriegebiets, links
  7. 6 : km 4.06 - alt. 338 m - Nikolausbrücke
  8. 7 : km 4.23 - alt. 339 m - Marktplatz Calw
  9. 8 : km 4.94 - alt. 348 m - Bahnschienen
  10. 9 : km 5.61 - alt. 408 m - Welzbergweg
  11. 10 : km 6.59 - alt. 445 m - Welzberghütte
  12. 11 : km 7.16 - alt. 515 m - Wackelstein
  13. 12 : km 9.17 - alt. 506 m - Welschen Häusle
  14. 13 : km 9.73 - alt. 480 m - Forstweg
  15. 14 : km 11.95 - alt. 537 m - Neuhengstett - Ottenbronner Straße
  16. 15 : km 13.2 - alt. 565 m - Waldenserstein
  17. 16 : km 13.97 - alt. 565 m - L179 kreuzen
  18. Z : km 16.19 - alt. 482 m - Simmozheim

Hinweise

Anreise mit dem Auto:

  • Autobahn A8 von Karlsruhe: Ausfahrt Pforzheim-West (ca. 35 km); Weiterfahrt über die Bundesstraße 463 nach Calw und anschließend über die Bundesstraße 296 Richtung Calw-Stammheim.
  • Autobahn A8 von Ulm/Stuttgart: Ausfahrt Leonberg (ca. 25 km), Weiterfahrt über die Bundesstraße 295 in Richtung Weil der Stadt nach Calw, dann über die Bundesstraße 296 nach Calw-Stammheim fahren.
  • Autobahn A81 von Süden/ Bodensee: Ausfahrt Gärtringen-Stadtmitte (ca. 20 km), Weiterfahrt über die K 1075; in der Nähe von Deckenpfronn am Kreisel die erste Ausfahrt nehmen und auf der B 296 weiter Richtung Calw-Stammheim fahren.

Anreise mit der Bahn:

  • Strecke Pforzheim - Calw - Horb - Tübingen (Kulturbahn).
  • Fernzugverbindungen (EC, IC, ICE) erreichen Sie am besten in Karlsruhe mit Anschlusszügen über Pforzheim (Kulturbahn) nach Calw.
  • Bei Anreise über Stuttgart empfehlen wir die Weiterfahrt mit der S-Bahn S6 Stuttgart - Weil der Stadt mit Umstieg auf die Buslinie 670 nach Calw.

Anreise mit dem Bus:

  • Großraum Stuttgart Buslinie 670 DB Bahn Regiobus / Volz; (Calw-Weil der Stadt) Anschluss an die S6
  • Raum Böblingen / Sindelfingen: Buslinie 763 DB Bahn Regiobus; Calw-Böblingen (Anschluss an die S1)
  • Vom Zentralen Omnibusbahnhof Calw (ZOB) erreichen Sie Stammheim mit der Buslinie 773 oder 763, Haltestelle Grundschule.

ÖPNV Startpunkt:
Bahnhof Calw
Bischofstraße 10
75365 Calw

Parkmöglichkeiten am Startpunkt:
Wanderparkplatz Freibad Stammheim
Jahnstraße 10
75365 Calw-Stammheim

Ansprechpartner:
Touristinformation Calw
Marktplatz 7
75365 Calw

Einen Besuch wert

Sehenswürdigkeiten:
Untere Mühle
Untere Mühle 1
75365 Calw

Hermann-Hesse-Platz mit Hermann-Hesse-Brunnen
Hermann-Hesse-Platz
75365 Calw

Einkehrmöglichkeiten:
Hotel Rössle
Hermann-Hesse Platz 2
75365 Calw

Brauhaus Schönbuch
Auf dem Brühl 1
75365 Calw

Restaurant Zum Alten Calwer
Lederstraße 1
75365 Calw

Euro Pasteria
Lederstraße
75365 Calw

Ristorante Pizzeria Il Buongustaio
Biergasse 10
75365 Calw

Unterkünfte:
Hotel Rössle
Hermann-Hesse Platz 2
75365 Calw

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